Am vergangenen Mittwochnachmittag
setzt sich Karsten Wildberger im Kongresszentrum von Neu-Delhi auf ein helles Stoffsofa
und fragt seine Mitarbeiter: „Was machen wir denn jetzt hier?“ Der deutsche
Digitalminister hat den Tag mit Gesprächen verbracht, rastlos wie immer: Er hat
am Morgen mit einem indischen Minister gesprochen, mit Wirtschaftsvertretern,
mit der stellvertretenden EU-Kommissionspräsidentin, ist in Kolonne durch den
Stau von Termin zu Termin geeilt, gleich will die Tagesschau ein Interview und
danach wird er mit einem zweiten indischen Minister ein KI-Abkommen zwischen
Deutschland und Indien verabschieden. Aber jetzt, zum ersten Mal an diesem Tag,
ist kurz unklar, wie es weitergeht im Programm. Ein paar Minuten Luft, sagen
seine Leute. Also zieht Wildberger sein Jackett aus, holt seine Unterlagen aus
der Tasche und beginnt, an der Rede zu arbeiten, die er am nächsten Tag halten
soll.