„Keine Übung in Demokratieaufbau“: Hegseth nennt Kriegsziele in Iran, lobt sich und Trump qua „schlauer“

„Keine Übung in Demokratieaufbau“Hegseth nennt Kriegsziele in Iran, lobt sich und Trump als „schlauer“

02.03.2026, 16:39 Uhr

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Von der Richtigkeit des Krieges überzeugt: Verteidigungsminister Pete Hegseth (Foto: AP)

Bei seinem ersten Auftritt seit Beginn des Krieges gegen den Iran zeigt sich Pentagonchef Hegseth vollkommen von sich und den Erfolgsaussichten überzeugt. Seine Generation und US-Präsident Trump seien einfach schlauer. Er nennt zudem – ungefähre – Kriegsziele.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump für den gemeinsamen Krieg mit Israel gegen den Iran gelobt und sich siegessicher gezeigt. „Dieser Einsatz hat eine klare Aufgabe: Zerstört die Bedrohung durch Raketen. Zerstört die Marine. Keine Atombomben“, sagte der Pentagonchef in einer Pressekonferenz. „Unsere Fähigkeiten werden stärker und die des Iran schwächer“, sagte er über den bisherigen Verlauf der Kampfhandlungen. Die USA hätten die Initiative komplett in der Hand.

Der Auftritt des „Kriegsministers“, wie er von Trumps Regierung selbst genannt wird, war sein erster seit Beginn der Kampfhandlungen am Samstag. Einem propagandistisch anmutenden Vortrag folgten Ausführungen von Dan Caine, Vorsitzender der Generalstabschefs, über den genauen Ablauf der bisherigen Angriffe. Danach nahmen Hegseth und Caine mehrere Fragen entgegen. Beide zeigten sich höchst zufrieden, der Verteidigungsminister auch deshalb, weil die Vereinigten Staaten ihre Kampfhandlungen ohne Einschränkungen wie bei früheren Konflikten durchführten. Hegseth reagierte auf die wenigen kritischen Fragen patzig.

Der Pentagonchef positionierte sich jedoch gegenüber Stimmen, die dem Weißen Haus vorwerfen, die Vereinigten Staaten in einen neuen Krieg geführt zu haben, obwohl Trump immer das Gegenteil versprochen hatte. Er stellte die Auseinandersetzungen als einen Konflikt dar, der wenig mit früheren Vorgehensweisen gemein habe. „Das ist nicht der Irak. Das ist nicht endlos. Unsere Generation ist schlauer, dieser Präsident auch“, meinte Hegseth. Trump habe die „Nationenbau-Kriege dumm genannt“, womit er recht habe: „Das ist das Gegenteil.“ Es gehe darum, das „konventionelle Schutzschild“ des Iran zu zerstören, hinter dem die Islamische Republik eine Atombombe entwickeln könne.

Einsatz von Bodentruppen möglich

Der Luftraum über dem Iran ist laut dem Generalstabsvorsitzenden Dan Caine, der ebenfalls Fragen beantwortete, komplett in der Hand der US-Streitkräfte. Weitere Luftstreitkräfte seien auf dem Weg in die Region. Hegseth hielt die Option offen, dass die USA mit Bodentruppen im Iran eingreifen könnten. „Wir werden nicht sagen, was wir tun werden und was nicht“, sagte er. Dies seien Fehler vergangener Regierungen gewesen. „Man muss nicht 200.000 Soldaten dort hinbringen und 20 Jahre bleiben.“ Er wollte nicht sagen, wie lange der Einsatz dauern wird; dies sei komplett in der Hand des Präsidenten. Der hatte zuvor einen Zeitraum von vier Wochen genannt, was aber nicht feststehe.

Hegseth nannte Israel einen „fähigen Partner“, der ebenfalls bestimmte Ziele verfolge. „Im Gegensatz zu unseren traditionellen Verbündeten“, die beim Einsatz von Gewalt zögerten, führten die Vereinigten Staaten unabhängig davon, was „sogenannte internationale Organisationen sagen“, den Einsatz mit „maximalen Befugnissen“, so Hegseth. Es gebe „keine dummen Einsatzregeln, keinen Nationenbau-Sumpf, keine Übung in Demokratieaufbau, keine politisch korrekten Kriege“. Die USA hofften, dass die Iraner die „unglaubliche Möglichkeit“ nutzten. Trump hat mehrfach die Bevölkerung dazu aufgerufen, die islamistisch-autoritäre Regierung zu stürzen.

Quelle: ntv.de, rpe

Source: n-tv.de