Seit fast 30 Jahren moderiert Katja Burkard bei RTL. In einem Podcast schilderte die Moderatorin dramatische Szenen vom Tag der Kündigungen. Wenig später korrigierte sie zentrale Aussagen.
Moderatorin Katja Burkard hat im Podcast „Zwischen den Zeilen“ von Bettina Böttinger über die Kündigungswelle bei RTL gesprochen, wie der „Spiegel“ berichtet. Sie bezeichnete den Tag der Entlassungen als einen der „schwärzesten Tage in der Geschichte von RTL“. Zwischen 14 und 16 Uhr seien zahlreiche Kündigungen per E-Mail verschickt worden. Burkard sprach von „schrecklichen“ Szenen, berichtete von zusammenbrechenden Menschen und erwähnte auch angebliche Rettungswageneinsätze.
RTL hatte Anfang Januar bekannt gegeben, 600 Stellen im Zuge einer Neuausrichtung abzubauen. 230 sollen dabei auf den News-Bereich fallen. Die übrigen 370 Stellen verteilten sich über das gesamte Unternehmen.
Nun hat Burkard Teile ihrer Aussagen aus der Podcast-Folge zurückgenommen. In einem am Dienstagabend veröffentlichten Video auf Instagram räumte die „Punkt 12“-Moderatorin ein, dass nicht alles Gesagte der Wahrheit entsprochen habe.
„Ich möchte was klarstellen, und zwar geht es um den Podcast von Bettina Böttinger. Da ist mir was passiert, was man eh nicht machen sollte und als Journalistin schon dreimal nicht: nämlich was weitererzählen, was man nicht selbst gesehen hat“, erklärt Burkard in dem Video. Die Aussage über Krankenwageneinsätze sei „nicht wahr“.
Sie bat um Entschuldigung und erklärte, der Vorfall ärgere sie sehr und sei ihr eine Lehre. „Es tut mir wahnsinnig leid und das wird mir sicher nicht noch mal passieren“, sagte sie.
Werbeeinnahmen und Sparzwang als Auslöser
Die Stellenkürzungen erfolgten in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat sowie „im konstruktiven und engen Dialog mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen“, erklärte der Sender. Betriebsbedingte Kündigungen sollten vermieden werden. Um ein freiwilliges Ausscheiden zu unterstützen, hatte RTL Abfindungen und Boni nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit angeboten.
Hintergrund der Kündigungswelle seien unter anderem sinkende Werbeeinnahmen im linearen Fernsehen, die nach Unternehmensangaben seit 2019 um mehr als 20 Prozent zurückgegangen sind, sowie strukturelle Veränderungen im Medienmarkt.
jra mit epd
Source: welt.de