Katar ist einer dieser Kipppunkte, die uns gegenwärtig
zu schaffen machen. Wir sind’s, die Bürger der gut geheizten Gesellschaften,
die kippen. Oder wippen. Oder schaukeln. Je nachdem. Katar, Wüstenstaat in der
Golfregion, futuristisches Emirat, Eigentümer auch des Fußballgiganten Paris Saint-Germain, Förderer der schönen Künste, ist seit einer Weile überall in der
Berichterstattung. Immerzu schillernd, durchweg irritierend. Nun ist es bald vier
Jahre her, März 2022, dass der damalige Vize-Kanzler Robert Habeck jene
Verbeugung vor dem Chef-Katari andeutete, die den Deutschen zu bleibend warmen
Wohnzimmern verhelfen sollte, und die moralische Fragwürdigkeit von Habecks
Reise nach Katar – um der Energie willen – blieb manchem im Halse stecken, der
gerade noch genau gewusst hatte: Geht gar nicht, Katar, Scharia, Menschenrechte!