Kartoffeln in Berlin: Essen weitestgehend fertig

Wie nett vom Markt, dass er bisweilen versagt, davon gleich mehr, aber zuerst ein kleiner Freudensprung, denn es gibt jetzt wegen dieses Marktversagens endlich wieder eine Geschichte über Kartoffeln zu erzählen. Tartuffel! Erdäpfel! Potaten! Tüffke! Von jenem Lebens-Mittel also, das diese Bezeichnung mal ausnahmsweise zu Recht trägt, mit seiner unvergleichlich alteuropäischen Insgesamtgeschichte von Glanz und Elend, Genuss und Hungersnot, Auswanderung und Poesie, ohne Kartoffel gäbe es ja den deutschen Beitrag zur Französischen Revolution nicht, Pasteten hin, Pasteten her / Was kümmern uns Pasteten?, von Matthias Claudius als Kartoffellied aus Wandsbek in die Welt des Ancien Régime hinein gedichtet; es gäbe ohne Kartoffel auch keine Kennedys in den Vereinigten Staaten, denn deren irischer Urvater Patrick zog es dem Tod vor, im Jahr 1849 in die USA zu emigrieren, als nämlich die Kartoffelfäule unter der englischen Herrschaft Irland in den Hungertod trieb. Millionen Iren hatten sich bis dahin nur von Kartoffeln ernährt.

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