Kartenlesegeräte: Britisch-deutsches Start-up Sumup geht an die Markt

Das britisch-deutsche Fintech-Unternehmen Sumup, das Kartenlesegeräte vertreibt, plant einen Börsengang und strebt dabei nach einem Medienbericht eine Bewertung von 10 bis 15 Milliarden Dollar an. Damit wäre das in London ansässige Unternehmen eines der wertvollsten europäischen Start-ups. Der schon länger erwogene Börsengang soll nun im nächsten Jahr stattfinden. Sumup will die Aktie entweder in New York oder in London an die Börse bringen.

Die erhoffte Bewertung von bis zu 15 Milliarden Dollar (12,8 Milliarden Euro), welche die „Financial Times“ meldet, liegt deutlich über dem Betrag, mit dem Sumup bei früheren Finanzierungsrunden bewertet wurde. Im Jahr 2022 sammelte das Unternehmen in einer von Bain Capital angeführten Finanzierungsrunde 590 Millionen Euro ein. Das Unternehmen wurde damals mit 8 Milliarden Euro bewertet, was weit hinter dem angestrebten Ziel von 20 Milliarden Euro lag.

Gegründet von Deutschen in London

Sumup wurde 2012 in London von mehreren Deutschen um den Vorstandschef Daniel Klein und Marc-Alexander Christ gegründet. Das Start-up entwickelt und vertreibt mobile Kartenlesegeräte für das Bezahlen mit Bank- und Kreditkarte oder Smartphone. Inzwischen hat das Unternehmen mehr als vier Millionen Kunden in 36 Ländern in Europa, USA, Lateinamerika und Australien gewonnen.

Die Geräte werden vor allem von kleinen Händlern, Restaurants und Cafés genutzt. 2024 überschritt die Zahl der Transaktionen erstmals die Milliarden-Marke. Außerdem bietet Sumup weitere Rechnungs-, Buchhaltungs- und Bankdienstleistungen an.

Seit drei Jahren proftiabel

Nach Aussagen von Finanzchefin Hermione McKee ist Sumup seit Ende 2022 profitabel. 2024 peilte man ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) von 160 Millionen Euro an. Genaue Zahlen nennt das Unternehmen nicht. In den vergangenen Jahren hat Sumup mehrere Unternehmen dazugekauft, etwa Fivestars, Goodtill und Tiller Systems. Damit schaffe man ein „Ökosystem“, das über Zahlungsdienstleistungen hinausgehe.

Mit dem Börsengang wolle man weitere Zukäufe finanzieren, heißt es. Der Markt für mobile Zahlungen wächst schnell, doch gibt es auch starke Konkurrenz zu Sumup. Dazu gehört die Paypal-Tochtergesellschaft iZettle. Auch viele etablierte Zahlungsdienstleister setzen stärker auf eigene mobile Kartenlesegeräte.

Die Gründer von Sumup wollen bei dem Börsengang die größten Aktionäre blieben, heißt es. Eine Entscheidung für die London Stock Exchange würde der Börse in der britischen Hauptstadt einen seltenen Erfolg bescheren, die zuletzt mehrere Absagen und Wegzüge von wichtigen Aktiengesellschaften zu verkraften hatte.

Source: faz.net