Kanye West und Kim Kardashian (2020)
Foto: DANNY MOLOSHOK / REUTERS
Kanye West und Kim Kardashian (2020)
Foto: DANNY MOLOSHOK / REUTERS
Adidas und Kanye West gehen mittlerweile getrennte Wege – doch im Zuge der Trennung zwischen dem Musiker und dem deutschen Sportartikelhersteller kommen immer neue Details und Anschuldigungen ans Licht.
Adidas leitet nun nach Vorwürfen des Fehlverhaltens von West eine interne Untersuchung ein. Dies werde »unverzüglich« geschehen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Hintergrund sind Anschuldigungen, das Unternehmen habe während der Zusammenarbeit mit dem US-Rapper dessen unangemessenes Verhalten gegenüber Adidas-Beschäftigten ignoriert.
Laut einem Bericht des US-Magazins »Rolling Stone« soll Kanye West, der mittlerweile unter dem Künstlernamen Ye auftritt, Adidas-Angestellten unter anderem pornografische Videos und Fotos gezeigt haben. Darunter sei auch ein intimes Foto seiner Ex-Frau Kim Kardashian gewesen. Laut »Rolling Stone« warfen ehemalige hochrangige Beschäftigte des Sportartikelherstellers der Chefetage in einem anonymen Schreiben vor, nicht »verantwortungsvoll« gehandelt und ihre Angestellten nicht ausreichend vor Wests »perversem Verhalten« geschützt zu haben.
Insbesondere Frauen hätten »jahrelange Beschimpfungen, vulgäre Tiraden und Mobbing-Angriffe« erlebt. Die Adidas-Führung habe ihren »moralischen Kompass« abgestellt und sowohl Kanye Wests Verhalten als auch die Beschwerden der Mitarbeiterinnen ignoriert, heißt es demnach in dem Schreiben.
»Es ist derzeit nicht klar, ob die in einem anonymen Schreiben erhobenen Vorwürfe zutreffen«, teilte Adidas am Donnerstag mit. »Wir nehmen diese Vorwürfe jedoch sehr ernst und haben beschlossen, unverzüglich eine unabhängige Untersuchung der Angelegenheit einzuleiten, um die Vorwürfe zu klären.«
Der Konzern hatte Ende Oktober mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem Rapper beendet, der wegen antisemitischer Äußerungen in der Kritik stand. Adidas stellte als Folge dieser Entscheidung die Produktion von Artikeln der Marke Yeezy ein und stoppte alle Zahlungen an West und dessen Unternehmen.
Auch wegen der inzwischen beendeten Partnerschaft mit West schraubte Adidas seine Prognose zuletzt zum dritten Mal in wenigen Monaten herunter.
Das Unternehmen rechnet nun nur noch mit einem Gewinn im fortgeführten Geschäft im Gesamtjahr von 250 Millionen Euro. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt nur noch um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz steigen, teilte Adidas Anfang November mit.
Noch im Oktober hatte Adidas einen Gewinn von 500 Millionen Euro und ein Umsatzplus von fünf Prozent vorhergesagt. Da das Geschäft mit den Produkten von West im vierten Quartal wegfällt und dieses traditionell zum Jahresabschluss besonders stark ist, fallen die Erwartungen nun entsprechend niedriger aus. Adidas hatte mit Yeezy eine eigene Linie von Schuhen und Bekleidung des Musikers auf dem Markt.