Im nordthüringischen Fretterode soll es nach Angaben der Polizei eine körperliche Auseinandersetzung mit Journalisten gegeben haben. Wie ein Sprecher der Landespolizeidirektion auf Anfrage mitteilte, steht der Vorfall im Zusammenhang mit einem laufenden Polizeieinsatz vor Ort.
Neben körperlicher Gewalt sei möglicherweise auch Reizstoff eingesetzt worden. Die drei Betroffenen wurden demnach im Krankenhaus behandelt und sind leicht verletzt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mühlhausen bestätigte Informationen der dpa, nach denen die beiden Tatverdächtigen der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind.
Nach ersten Erkenntnissen richtet sich der Einsatz gegen einen 56-jährigen Mann. Wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unterdessen berichtet, soll es sich um ein Team von „Spiegel TV“ gehandelt haben, das vor dem Haus des bekannten Rechtsextremen Thorsten Heise gedreht hat. Angeblich setzten die Journalisten dabei eine Drohne ein.
In der Folge der Dreharbeiten soll es zu dem Angriff auf das Team gekommen sein, an dem mutmaßlich Heise und einer seiner Söhne beteiligt gewesen sein sollen. Die Journalisten konnten demnach fliehen und die Polizei verständigen.
Die beiden Tatverdächtigen wurden nach Polizeiangaben beim Polizeieinsatz gestellt und vorläufig festgenommen. Dabei soll es sich um den 56-jährigen Heise und einen 22-jährigen Sohn von ihm handeln.
Die Polizei war mit Kräften der Schutz- und Kriminalpolizei sowie der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Am späten Abend fanden zudem noch Durchsuchungen statt. Auch der Thüringer Verfassungsschutz eingebunden, berichtet das RND und verweist auf Sicherheitskreise.
Bereits 2018 Angriff auf Journalisten in Fretterode
Der Vorfall erinnert an einen Angriff aus dem Jahr 2018. Auch damals wurden demnach zwei Journalisten in Fretterode von einem der Söhne Heises und einem weiteren Rechtsradikalen angegriffen. Während der Verhandlung berichtete ein Journalist, er sei von einem Schraubenschlüssel am Kopf getroffen worden.
Das habe nicht nur zu einer stark blutenden Platzwunde geführt, die kurz nach dem Übergriff im Krankenhaus genäht worden sei. Ein dreiviertel Jahr später habe sich beim Röntgen seines Kopfes herausgestellt, dass er bei dem Angriff einen bis dahin nicht diagnostizierten Schädelbruch davongetragen habe. Auch ein Baseballschläger, Pfefferspray und ein Messer sollen damals zum Einsatz gekommen sein.
Eine Kammer des Landgerichts Mühlhausen hatte die beiden angeklagten Rechtsextremisten in einem ersten Prozess 2022 für schuldig befunden, sie aber nur zu geringen Strafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil 2024 wegen erheblicher Rechtsfehler aufgehoben, sodass sich nun eine andere Kammer des Gerichts erneut mit dem Fall befassen muss.
Source: welt.de