Jetzt offiziell: Berliner AI-Agent-Startup N8n mit 2,5 Milliarden bewertet

Von 300 Millionen auf fast 2,4 Milliarden Dollar in vier Monaten: Accel soll die Unicorn-Runde des KI-Startups angeführt haben.

N8n-Gründer Jan Oberhauser.
N8n

Ende Juli sickerten bereits erste Informationen durch: Das Berliner AI-Agent-Startup N8n ist das neueste deutsche Unicorn. Laut einem Bericht der Financial Times führte das Unternehmen Gespräche mit Investoren über eine Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Dollar (86 Millionen Euro).

Wie das Handelsblatt im September berichtete, war der Deal Ende des Sommers durch: N8n sammelte Insidern zufolge „einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag“ ein und soll bei der Runde eine Bewertung von knapp 2,4 Milliarden Dollar erreicht haben. 

Nun ist es komplett offiziell und vom Unternehmen selbst auch bestätigt: n8n hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 180 Millionen US-Dollar eingesammelt – bei einer Bewertung von nun sogar 2,5 Milliarden US-Dollar. Damit steigt die Gesamtfinanzierung auf 240 Millionen US-Dollar. „Ich könnte nicht glücklicher sein“, sagte der Gründer und CEO Jan Oberhauser gegenüber dem Handelsblatt.

Crème de la Crème des VCs ist investiert

Angeführt wird die Runde von Accel, mit Beteiligung von Meritech, Redpoint, Evantic, Visionaries Club sowie den Corporate-Investoren NVentures (NVIDIA) und T.Capital. Auch frühere Investoren wie Felicis Ventures, Sequoia, Highland Europe und HV Capital haben erneut nachgelegt.

Das Kapital soll, so das Unternehmen in seiner Pressemitteilung, die Vision von n8n vorantreiben, KI-gestützte Automatisierung wirklich produktiv nutzbar zu machen – nicht nur als Experiment, sondern tief integriert in reale Unternehmensprozesse.

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Die Finanzierungsrunde kam nur eine halbes Jahr nach der Series-B-Runde im Umfang von 55 Millionen Euro. Damals lag die Bewertung noch bei rund 300 Millionen Euro. Insgesamt konnte N8n bisher schon 73 Millionen Dollar (63 Millionen Euro) einsammeln. Bereits seit der Seed-Runde im März 2020 gehört auch der renommierte Silicon-Valley-Investor Sequoia Capital zu den Unterstützern, ebenso HV Capital.

KI, die alltägliche Prozesse automatisiert

N8n entwickelt eine KI-gestützte Plattform, mit der Unternehmen alltägliche Arbeitsprozesse einfach automatisieren können. Mitarbeiter sollen dadurch entlastet werden und sich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren. Nutzer können Programme wie Slack, Google Sheets oder Telegram miteinander verknüpfen und so lästige Routinejobs abgeben.

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Inzwischen nutzen eigenen Angaben zufolge bereits mehr als 230.000 User aktiv die Software – darunter bekannte Unternehmen wie Delivery Hero oder Stepstone. Der Umsatz wächst ebenfalls rasant: N8n gibt an, seinen wiederkehrenden Jahresumsatz (ARR) inzwischen auf rund 40 Millionen Dollar (34 Millionen Euro) gesteigert zu haben.

Dass N8n großes Potenzial besitzt, zeigt auch ein Blick auf die prominenten Geldgeber, die früh in das Startup investiert haben. Neben dem Silicon-Valley-VC Sequoia Capital setzten bereits HV Capital, Felicis Ventures, Firstminute Capital aus London sowie Harpoon Ventures aus Kalifornien früh auf die Berliner.

Gründer aus dem Allgäu

Gründer von N8n ist Jan Oberhauser. Der gebürtige Allgäuer bezeichnet sich selbst als „Nerd“ und brachte sich schon mit 14 Jahren das Programmieren bei. Vor seiner Zeit als Gründer arbeitete er jahrelang an Spezialeffekten für Filme – zunächst komplett in Handarbeit. Doch schnell erkannte Oberhauser, dass viele der Abläufe immer wieder gleich waren, und begann, die Prozesse mit eigenen Lösungen zu automatisieren.

Genau daraus entstand 2019 die Idee zu N8n. „Und dabei ist mir aufgefallen, dass ich immer wieder dieselben Dinge programmiert und vereinfacht habe“, sagt Oberhauser. Zwar habe es damals schon andere Software gegeben, aber keine sei wirklich überzeugend gewesen. Deshalb gründete er kurzerhand sein eigenes Startup.

Source: businessinsider.de