Jeder Vierte mit Migrationshintergrund spricht zu Hause gar kein Deutsch

Deutsch ist hierzulande nicht überall Familiensprache: Jeder Vierte mit Einwanderungsgeschichte spricht im eigenen Haushalt kein Deutsch. Drei Sprachen finden in der Auswertung des Statistischen Bundesamtes besondere Aufmerksamkeit.

Etwa jeder vierte Mensch mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland (23 Prozent) spricht in den eigenen vier Wänden kein Deutsch. Fast genauso viele Zuwanderer (22 Prozent) verständigen sich zu Hause ausschließlich in deutscher Sprache, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag anlässlich des Internationalen Tags der Muttersprache am 21. Februar mit.

Gut die Hälfte (55 Prozent) der 21,4 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund nutzte im untersuchten Jahr 2024 neben Deutsch noch mindestens eine andere Sprache. Eine Person hat eine Einwanderungsgeschichte, wenn entweder sie selbst oder beide Elternteile nach 1950 nach Deutschland gekommen sind. Grundlage der Auswertung sind Ergebnisse des Mikrozensus.

Nach Deutsch wird am häufigsten Türkisch gesprochen

Rund 77 Prozent der Gesamtbevölkerung in privaten Haushalten sprechen nach eigener Auskunft zu Hause ausschließlich Deutsch. Weitere 17 Prozent waren mehrsprachig und nutzten neben Deutsch noch mindestens eine weitere Sprache.

Unter diesen Mehrsprachlern war für gut ein Viertel (26 Prozent) Deutsch die vorwiegend genutzte Sprache in den eigenen vier Wänden, knapp drei Viertel (74 Prozent) verständigten sich hauptsächlich in einer anderen Sprache. Die übrigen 6 Prozent der Gesamtbevölkerung sprachen ausschließlich eine oder mehrere andere Sprachen.

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15,5 Millionen Menschen verständigten sich zu Hause vorwiegend oder ausschließlich in einer anderen Sprache als Deutsch. Dabei war Türkisch mit einem Anteil von 14 Prozent die am häufigsten gesprochene Sprache. Auch Russisch (12 Prozent) und Arabisch (9 Prozent) wurden in Haushalten vergleichsweise häufig gesprochen.

Der Mikrozensus ist eine jährliche Stichprobenerhebung, bei der rund ein Prozent der Bevölkerung befragt wird. Die Angaben beruhen auf Selbstauskünften und beziehen sich auf Menschen in privaten Haushalten mit Hauptwohnsitz. Die Ergebnisse beziehen sich nicht auf die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften etwa für Geflüchtete.

KNA/jm

Source: welt.de

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