Italien: Legendärer Liebesbogen bricht zusammen – am Valentinstag


Zur Merkliste hinzufügen

Schock an der italienischen Adriaküste: In Melendugno ist der international bekannte „Liebesbogen“ zusammengebrochen. Der Bürgermeister spricht von einem „Stich ins Herz“.

Es ist bittere Ironie: Ausgerechnet am Valentinstag, dem Tag an dem Paare auf der ganzen Welt ihre Liebe zelebrieren, ist eines der romantischsten Naturdenkmäler zusammengebrochen. Der weltberühmte Felsbogen von Sant’Andrea in Melendugno an der süditalienischen Adriaküste ist Geschichte. 

Über Jahrzehnte war er Postkartenmotiv, romantischer Sehnsuchtsort und Kulisse für Liebesschwüre und Heiratsanträge. Das brachte ihm seinen Spitznamen „Liebesbogen“ ein. Am vergangenen Samstag aber fegte ein Wintersturm über Süditalien hinweg. Starke Sturmfluten und heftiger Regen waren wohl zu viel für das Naturdenkmal. 

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Flourish integriert.


Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.



Wie der britische „Guardian“ berichtet, erklärten die italienischen Behörden, dass das raue Wetter, Sturm und Regen den Felsen in den vergangenen Tagen stark zugesetzt hätten. Bis sie am Samstag endgültig kollabierten. „Es ist ein verheerender Schlag ins Herz“, erklärte der Bürgermeister von Melendugno, Maurizio Cisternino. „Eine der berühmtesten Touristenattraktionen unserer Küste und ganz Italiens ist verschwunden.“ Laut mehrerer italienischer Medien, unter anderem „Leccenews„, handelt es sich bei dem Zusammenbruch um den bedeutendsten Schaden, der durch Küstenerosion in dieser Region bislang dokumentiert wurde.

Liebesbogen in Italien zusammengebrochen: Bürgermeister fordert ökologisches Umdenken

„Die Natur wurde auf den Kopf gestellt: Was vor 30 Jahren noch existierte, gibt es heute nicht mehr. Wir müssen die Ressourcen für eine ökologische Intervention finden“, mahnte Cisternino.

Der Mittelmeerraum litt in diesem Winter bereits unter verheerenden Winterstürmen. Sogenannte „Medicanes“, also Mittelmeer-Zyklone sorgten bereits im Januar für starke Winde und Zerstörungen an Küsten. Und es ist zu befürchten, dass solche Stürme in Zukunft häufiger auftreten, erklärte Christian Mulder, Professor für Ökologie und Klimanotstand an der Universität von Catania auf Sizilien dem „Guardian“: „„Da das Mittelmeer im Jahr 2025 eines der heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt, heizen die wärmeren Meere die Atmosphäre zusätzlich auf und begünstigen extreme Wetterereignisse.“

Erst vor drei Wochen traf der Sturm „Harry“ die süditalienische Küste. Sintflutartige Regenfälle lösten einen Erdrutsch aus, der einen ganzen Hang in der Stadt Niscemi auf Sizilien wegriss und eine 4 Kilometer lange Schlucht hinterließ. Straßen stürzten ein, Autos wurden verschluckt und ganze Teile der Stadt versanken.

pgo

Source: stern.de