Mitglieder des türkischen Parlamentsausschusses für den Friedensprozess mit den Kurden haben den Gründer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, erstmals im Gefängnis besucht. Das Treffen mit dem seit 1999 wegen Hochverrats inhaftierten Öcalan habe „zu positiven Ergebnissen geführt“, teilte die Präsidentschaft des türkischen Parlaments mit.
Das Gespräch hat sich den Angaben zufolge um die Auflösung und Entwaffnung der PKK sowie die Eingliederung kurdischer Kämpfer in die syrische Armee gedreht. Der Austausch galt als wichtiger Schritt im Rahmen der Friedensinitiative zur Beendigung des jahrzehntelangen Konflikts.
Medienberichten zufolge nahmen an dem Treffen auf der Gefängnisinsel Imrali nahe Istanbul drei Abgeordnete des Ausschusses teil. Das Gespräch dauerte demzufolge rund fünf Stunden.
Öcalan gilt als Schlüsselfigur im Friedensprozess
Öcalan hatte 1978 die PKK gegründet. In den 1980er Jahren begann diese ihren bewaffneten Kampf gegen Regierungstruppen im Südosten der Türkei – zunächst für einen kurdischen Staat, später für Autonomie und größere Rechte in der Türkei.
Im Mai gab die PKK ihre Auflösung bekannt und erklärte ihren jahrzehntelangen bewaffneten Kampf für die Rechte der Kurden für beendet. Anfang Juli verbrannten bei einer Zeremonie im kurdischen Teil des Irak 30 PKK-Kämpfer symbolisch ihre Waffen. Sie waren damit einem Aufruf Öcalans gefolgt.
Der 1949 geborene Öcalan gilt weiter als Schlüsselfigur für einen Friedensprozess. Viele Türken machen ihn jedoch für den Tod Zehntausender Menschen verantwortlich, darunter viele Zivilisten. Die Türkei und mehrere Verbündete stufen die PKK als Terrororganisation ein.