Der Tod einer Hamburger Familie in Istanbul schien zunächst wie ein schockierender Einzelfall. Doch auch andere Fälle weisen erschütternde Parallelen auf. Nun wurden 25 Restaurantgäste ins Krankenhaus eingeliefert. Sie hatten eine traditionelle Speise bestellt.
In Istanbul sind 25 Menschen nach einem Restaurantbesuch mit dem Verdacht auf Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Die Betroffenen seien „bei allgemein guter Gesundheit“ und erhielten „die nötigen medizinischen Untersuchungen und Behandlungen“, schrieb der Chef der zuständigen Gesundheitsbehörde der türkischen Metropole, Abdullah Emre Güner, auf der Plattform X.
Alle 25 Leute sollen demnach am Freitagabend in einem Lokal im Istanbuler Bezirk Sisli die traditionelle Speise Lahmacun bestellt haben – ein mit Hackfleisch, Gemüse und verschiedenen Gewürzen bestrichenes Fladenbrot. Dem Sender CNN Türk zufolge klagten die Besucher nach dem Essen über Übelkeit und Erbrechen. Die örtlichen Behörden versiegelten das Restaurant, dem laut CNN keine Betriebserlaubnis vorlag.
Ebenfalls am Freitag kamen örtlichen Medienberichten zufolge in Istanbuls Nachbarprovinz Kocaeli 14 Schüler nach dem Verzehr eines Hühnchengerichts ins Krankenhaus. Laut der Zeitung „Habertürk“ plagten die Schüler ebenfalls Übelkeit und Erbrechen kurz nach dem Mittag in der Schulkantine. Die Schüler seien mittlerweile in guter Verfassung, hieß es am Samstag von Behördenseite.
Erst vor wenigen Tagen hatte der Tod einer Hamburger Familie für Entsetzen gesorgt. Der anfängliche Verdacht einer Lebensmittelvergiftung erhärtete sich dabei allerdings nicht – die Behörden gehen inzwischen von einer chemischen Vergiftung nach einer Schädlingsbekämpfung im Hotel aus.
Schicksal der Familie in Istanbul kein Einzelfall?
Auch andere Vorfälle wiesen Parallelen zu dem Schicksal der Familie auf. Ein Unternehmer klagte laut Medienberichten in der Nacht auf den 19. November im Hotel über Schweißausbrüche und Atemnot, wurde in ein Krankenhaus gebracht und verstarb dort. Laut der Nachrichtenagentur DHA reiste er aus Deutschland in die Türkei. Die Hintergründe seines Todes sind noch völlig unklar. Sein Hotel befand sich in fußläufiger Nähe zu dem Hotel der Hamburger Familie.
Zwei aus den Niederlanden nach Istanbul gereiste Schwestern wurden am 19. November wegen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall aus ihrem Hotel in Fatih mit dem Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert – so die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Eine von beiden wurde kurze Zeit später entlassen.
Auch der Tod einer deutschen Erasmusstudentin im November 2024 war zunächst mit einer Lebensmittelvergiftung erklärt worden. Ein in diesem August erschienener forensischer Bericht zum Tod der 21-Jährigen komme jedoch zu dem Schluss, dass sie mutmaßlich durch Pestizide gegen Bettwanzen vergiftet wurde, sagte ihr Anwalt der dpa. Das Mittel zur Bekämpfung von Bettwanzen sei im ersten Stockwerk eingesetzt worden, habe sich in Gas verwandelt und im ganzen Gebäude ausgebreitet, hieß es in dem Bericht. Die Studentin habe im zweiten Stock gewohnt.
dpa/rct
Source: welt.de