Israel meldet Tötung von iranischem Geheimdienstminister und kündigt „bedeutende Überraschungen“ an

Der iranische Geheimdienstminister Chatib soll getötet worden sein. Das meldet Israels Verteidigungsminister. Laut IAEA ist ein Atomkraftwerk im Iran von einem Geschoss getroffen worden. Mehr im Liveticker.

Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

13:15 – Ölpreise gehen zurück

Die Anleger an den europäischen Aktienmärkten erobern sich Schritt für Schritt verlorengegangenes Terrain zurück. Der Dax zog am Mittwoch in der Spitze ein Prozent ​auf 23.957 Punkte an; der EuroStoxx50 legte bis zu 1,1 Prozent auf 5832 Zähler zu. „Die Investoren gehen davon aus, dass der Druck auf den Iran auch zu einer Entspannung in der Straße von Hormus führen wird“, sagte CMC ⁠Markets-Analyst Andreas Lipkow. Für Erleichterung sorgte ein Rückgang bei den Ölpreisen. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um bis zu drei Prozent auf 100,34 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI fiel zeitweise mehr als vier Prozent auf 91,96 Dollar.

11:22 Uhr – Israels Verteidigungsminister meldet Tötung von iranischem Geheimdienstminister

Das israelische Militär hat den iranischen Geheimdienstminister Esmail Chatib getötet. Das teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mit und kündigte weitere „bedeutende Überraschungen (…) an allen Fronten“ im Verlauf des Mittwochs an. Aus dem Iran gibt es dazu bislang keine Bestätigung. Katz sagte nach Angaben seines Büros, Chatib sei für Unterdrückung im eigenen Land sowie „Bedrohungen nach außen“ verantwortlich gewesen.

10:55 Uhr – Irans getöteter Sicherheitschef Laridschani soll am Vormittag beigesetzt werden

Der von der israelischen Armee getötete iranische Sicherheitschef Ali Laridschani soll am Mittwoch beigesetzt werden. Wie die Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim am Mittwoch meldeten, sollte die Beisetzung um 11:30 Uhr MEZ in der Hauptstadt Teheran erfolgen. Auch der getötete Anführer der für die innere Sicherheit im Iran zuständigen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, sollte dann den Angaben zufolge beigesetzt werden.

10:14 Uhr – Irans Geheimdienst geht gegen Opposition vor

Irans Geheimdienst ist eigenen Angaben zufolge gegen Dutzende Netzwerke von Oppositionellen vorgegangen. In 26 Provinzen seien „111 Zellen“ von Monarchisten identifiziert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Gemeint sind Anhänger des Schah-Sohns Reza Pahlavi, der im Ausland eine führende Rolle in der Opposition beansprucht. Es sei zu Festnahmen gekommen.

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Tasnim zufolge wurden bei den Geheimdienstoperationen Schusswaffen „zur Auslösung von Straßenunruhen“ beschlagnahmt. Vier Personen seien außerdem wegen des Vorwurfs der Spionage festgenommen worden. Sie sollen dem „Feind“ in den Provinzen Hamedan und West-Aserbaidschan Informationen über die Positionen von Sicherheitskräften verraten haben. Auch mehrere Menschen seien festgenommen worden, die Informationen und Fotos an den persischsprachigen Exilsender „Iran International“ übermittelt hätten. Tasnim meldete zudem die Beschlagnahme von 350 Starlink-Geräten.

10:00 Uhr – Atomkraftwerk Buschehr im Iran laut IAEA von Geschoss getroffen

Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA von einem Geschoss getroffen worden. Sie sei „vom Iran darüber informiert worden, dass am Dienstagabend ein Geschoss das Gelände des Kernkraftwerks Buschehr getroffen hat“, erklärte die UN-Organisation mit Sitz im österreichischen Wien in Onlinediensten. „Es wurden weder Schäden an der Anlage noch Verletzungen von Mitarbeitern gemeldet“, hieß es weiter.

IAEA-Chef Rafael Grossi „bekräftigt seinen Aufruf zur Zurückhaltung während des Konflikts, um jedes Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden“, hieß es in der Erklärung der Behörde. Das AKW Buschehr im Südwesten des Iran verfügt über den einzigen in Betrieb befindlichen Atomreaktor des Landes, der nach Angaben der IAEA im Jahr 2011 erstmals ans Stromnetz angeschlossen worden war.

09:50 Uhr – Iran meldet Tote und Verletzte bei Angriff auf Justizgebäude

Die iranische Justiz hat Tote und Verletzte bei einem Angriff auf eine Einrichtung des Justizwesens im Süden des Landes gemeldet. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete, bei dem Angriff auf die Einrichtung im Bezirk Larestan der Provinz Fars seien sowohl Zivilisten als auch Mitarbeiter des Rechtswesens getötet und verletzt worden. Die genaue Zahl der Opfer sei noch unklar, erklärte Misan. Für den Angriff sei „der Feind“ verantwortlich.

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07:26 Uhr – Bahnhof in Tel Aviv von Rakete getroffen

In Bnei Berak östlich von Tel Aviv wurde dem Rettungsdienst zufolge ein Mann mit leichten Splitterverletzungen an der Hand ins Krankenhaus gebracht. Schäden aufgrund des Raketenangriffs wurden zudem am Bahnhof Savidor in Tel Aviv gemeldet. Der Zugverkehr an dem Bahnhof wurde vorübergehend eingestellt. Medienberichten zufolge musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände im Zentrum Israels ausrücken, nachdem dort Raketen eingeschlagen waren. Die meisten Geschosse konnte die Luftabwehr nach Militärangaben abfangen.

06:50 Uhr – USA setzen Bunkerbrecher gegen Stellungen an Straße von Hormus ein

Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen. „Mehrere“ der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien „erfolgreich eingesetzt“ worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit.

Die Spezialmunition mit besonderer Durchdringungskraft kommt etwa bei Angriffen auf besonders verstärkte Einrichtungen oder unterirdische Bunkeranlagen zum Einsatz. Nach Angaben des US-Militärs zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten „eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge“ dargestellt.

05:37 Uhr – Weitere Tote bei Angriff auf Israel

Bei einem heftigen iranischen Raketenangriff aus Rache für den Tod des Spitzenfunktionärs Laridschani sind zwei Menschen in Israel getötet worden. Bei dem Angriff setzten die iranischen Streitkräfte Medienberichten zufolge mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein. Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

04:56 Uhr – Saudi-Arabien lädt Außenminister zu Beratungen ein

Saudi-Arabien hat Außenminister arabischer und islamischer Staaten zu neuen Beratungen eingeladen. Bei dem Treffen am Mittwochabend in der Hauptstadt Riad gehe es darum, sich gemeinsam um die Förderung von Sicherheit und Stabilität in der Region zu bemühen, teilte das Außenministerium mit. Einzelheiten zu den eingeladenen Staaten oder eine Gesamtzahl erwarteter Minister wurden nicht genannt.

04:36 Uhr – Irans Außenminister: Globale Folgen des Krieges werden „alle treffen“

Die Folgen des Iran-Krieges werden nach den Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi weltweit zu spüren sein. „Die Welle globaler Auswirkungen hat gerade erst begonnen und wird alle treffen, unabhängig von Wohlstand, Glauben oder Herkunft“, erklärte Araghtschi im Onlinedienst X. Er fügte seinem Beitrag die Rücktrittserklärung des Leiters des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums der USA (NCTC), Joe Kent, an.

Immer mehr Stimmen, darunter europäische und US-Vertreter, würden den Krieg gegen den Iran als „ungerecht“ bezeichnen, erklärte Araghtschi. „Weitere Mitglieder der internationalen Gemeinschaft sollten diesem Beispiel folgen“, forderte er.

Kent hatte am Dienstag aus Protest gegen den Iran-Krieg seinen Rücktritt erklärt. Der führende Geheimdienstmitarbeiter und Gefolgsmann von US-Präsident Donald Trump schrieb im Onlinedienst X, der Iran sei „keine unmittelbare Bedrohung“ für die USA gewesen.

03:33 Uhr – Israelische Armee ruft Menschen im Zentrum von Beirut zur Evakuierung auf

Die israelische Armee hat die Bewohner eines zentralen Viertels der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen. Der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee verbreitete in Onlinediensten eine „dringende Warnung an die Einwohner des Viertels Baschura“. Die israelische Armee werde dort in Kürze gegen eine Anlage der pro-iranischen Hisbollah-Miliz vorgehen.

Adraee veröffentlichte eine Karte des Viertels mit einem Gebäude, dem Anwohner „zu ihrer eigenen Sicherheit“ auf eine Distanz von mindestens 300 Metern fernbleiben sollten.

02:47 Uhr – Geschoss auf Gelände von iranischem Atomkraftwerk eingeschlagen

Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr nach Angaben aus Teheran ein Geschoss eingeschlagen. Bei dem Vorfall sei das Kraftwerk nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden.

02:42 Uhr – Mindestens sechs Tote bei israelischen Angriffen in Beirut

Bei israelischen Angriffen im Zentrum der libanesischen Hauptstadt Beirut sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens sechs Menschen getötet worden. 24 weitere Menschen seien einer vorläufigen Zählung zufolge verletzt worden, erklärte das Ministerium. Libanesische Medien hatten zuvor von israelischen Angriffen ohne Vorwarnung in den zentralen Beiruter Stadtteilen Sukak al-Blat und Basta berichtet.

01:41 Uhr – Golfstaaten melden Raketenangriffe

Mehrere Golfstaaten haben erneut Drohnen- und Raketenangriffe auf ihr Territorium gemeldet. Die Flugabwehr „reagiert auf die Bedrohungen durch Raketen und Drohnen aus dem Iran“, teilten die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate mit, während Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von mehreren lauten Explosionen in der emiratischen Metropole Dubai berichteten. Die Behörden in Saudi-Arabien und Kuwait meldeten ebenfalls Angriffe.

Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe insgesamt sechs Drohnen im Osten des Landes zerstört. Die kuwaitische Armee teilte derweil im Onlinedienst X mit: „Die kuwaitische Luftabwehr fängt derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab.“

00:01 Uhr – VAE-Botschafter ruft Iran zu sofortigem Stopp der Angriffe auf

Nach den Luftangriffen aus dem Iran setzen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf Deeskalation, pochen aber zugleich auf ihr Recht auf Selbstverteidigung. Mit den USA werde man weiter als Partner zusammenarbeiten, um eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern, sagte der VAE-Botschafter in Deutschland, Ahmed Alattar, dem „Handelsblatt“. „Gleichzeitig behalten wir uns das volle Recht auf Selbstverteidigung nach internationalem Recht vor.“

Der Iran beschießt die Golfstaaten seit Beginn des Kriegs. Am stärksten sind die Emirate unter Beschuss. Irans neues Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei hatte die Golfstaaten aufgefordert, US-Stützpunkte zu schließen, sonst würden die Angriffe fortgesetzt.

Dienstag, 17. März

22:05 Uhr – Iran bestätigt Tod von Sicherheitschef Laridschani

Der Iran hat den Tod des Spitzenfunktionärs, Ali Laridschani, bestätigt. Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars teilte mit, dass der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates zum „Märyrer“ geworden sei. Auf dem ehemaligen Twitteraccount des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es, „ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt.“

Laridschani und der ebenfalls bei einem israelischen Luftangriff am Montag getötete Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim an diesem Mittwoch beigesetzt werden.

Laridschani hatte noch vor seinem Tod angekündigt, den Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen zu wollen. Der 67-Jährige war zuletzt zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Laridschani galt als wichtige Stimme, die den Iran auch nach außen vertrat. Seine Tötung dürfte es für die USA erschweren, eine Verhandlungslösung für ein mögliches Ende des Krieges zu finden.

19:58 Uhr – Iran bestätigt Tod von Basidsch-Kommandeur Soleimani

Iran bestätigt den Tod des Kommandeurs der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani. Gholamresa Soleimani sei „einer terroristischen Attacke des amerikanisch-zionistischen Feindes“ zum Opfer gefallen, hieß es auf der offiziellen Website der Revolutionsgarden.

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19:44 Uhr – Großdemonstrationen im Iran auf Aufruf der Behörden

Nach einem Demonstrationsaufruf der Behörden sind im Iran mitten im Krieg laut Berichten des Staatsfernsehens große Menschenmengen zusammengekommen. In mehreren Städten fanden demnach Kundgebungen statt. Das Fernsehen zeigte unter anderem eine riesige Menschenmenge in der Hauptstadt Teheran, die iranische Fahnen schwenkte.

18:49 Uhr – Erneut Raketen- und Drohnenangriff auf US-Botschaft in Bagdad

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Abend nach Angaben von AFP-Korrespondenten erneut mehrere laute Explosionen zu hören gewesen. Es habe einen Raketen- und Drohnenangriff auf die US-Botschaft gegeben, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ein Augenzeuge berichtete, dass er von seinem Balkon aus ein Feuer auf dem Gelände der Botschaft gesehen habe.

18:39 Uhr – Israels Präsident sieht Tötung Laridschanis als Chance für Proteste

Israels Staatspräsident Izchak Herzog hat die von Israel verkündete Tötung des einflussreichen iranischen Generalsekretärs des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, als „sehr wichtigen Schritt“ gelobt. Dies eröffne den Menschen im Iran den Freiraum für Proteste, sagte Herzog laut Angaben seines Büros.

Israel hat bereits mehrfach das Ziel eines Machtwechsels in Teheran genannt und die Bevölkerung zum Sturz der politischen Führung aufgerufen. Experten sehen diese Aufforderung unter den derzeitigen Bedingungen kritisch.

dpa/AFP/AP/Reuters/sebe/doli/jmr/krö/säd/ceb/jra

Source: welt.de

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