Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat sich zu zwei Anschlägen auf Angehörige der syrischen Armee bekannt und eine „neue Phase“ ihrer Einsätze angekündigt. Derweil will Pakistan IS-Standorte im Grenzgebiet zu Afghanistan angegriffen haben.
Auf der IS-Nachrichtenagentur Dabiq bezeichnete am Samstag ein Sprecher den neuen syrischen Präsidenten Ahmed Al-Scharaa als „Wachhund“ der globalen Koalition und drohte ihm ein ähnliches Schicksal wie seinem Vorgänger Baschar al-Assad an. Die Angriffe sind Teil einer Eskalation gegen die neue syrische Führung.
Syrien war der Anti-IS-Koalition im vergangenen November beigetreten, nachdem Al-Scharaa Donald Trump im Weißen Haus besucht hatte. Al-Scharaa, früher Kommandeur der Nusra-Front – eines 2016 abgespaltenen Al-Qaida-Ablegers –, hatte im Dezember 2024 mit der islamistischen Rebellenallianz HTS den langjährigen syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad gestürzt.
Auf IS-nahen Kanälen in sozialen Medien und auf Telegram wurde zuletzt zu weiteren Angriffen mit Motorrädern und Schusswaffen aufgerufen. Seit dem Sturz Assads hat der IS bereits sechs Anschläge auf Ziele der neuen Regierung verübt. Einem UN-Bericht zur Terrorismusbekämpfung von vergangener Woche zufolge wurden zudem fünf Attentatsversuche des IS auf al-Scharaa und zwei ranghohe Minister vereitelt.
IS bedroht auch Pakistan
Pakistan hat nach eigenen Angaben mehrere Terrorcamps und Verstecke der pakistanischen Taliban sowie des IS im Grenzgebiet zu Afghanistan angegriffen. Das teilte das Informationsministerium auf X mit. Bei den Angriffen auf sieben Ziele habe es sich um eine Vergeltungsmaßnahme für jüngste Selbstmordanschläge unter anderem nahe der Hauptstadt Islamabad gehandelt.
Pakistan verfüge über eindeutige Beweise, dass diese Terrorakte im Auftrag der Anführer der jeweiligen Terrorgruppen in Afghanistan verübt worden seien, hieß es weiter. Genauere Angaben zum Ort der Angriffe gab es nicht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Afghanische Medien berichteten, es seien Ziele in den afghanischen Provinzen Nangarhar und Paktika getroffen worden. Eine offizielle Reaktion aus Kabul gab es zunächst nicht.
Die Angriffe vor allem der pakistanischen Taliban auf pakistanische Sicherheitskräfte und staatliche Einrichtungen führen seit Monaten zu massiven Spannungen zwischen den Nachbarländern Afghanistan und Pakistan. Im Herbst vergangenen Jahres kam es zu kurzzeitigen militärischen Auseinandersetzungen an der Grenze. Pakistan flog auch Luftangriffe auf Afghanistan. Pakistan wirft den Taliban in Afghanistan vor, Kämpfern der pakistanischen Taliban (TTP) Schutz zu gewähren. Kabul bestreitet das.
Friedensverhandlungen unter der Vermittlung von Qatar und der Türkei brachten zuletzt keine anhaltende Einigung. Für neue Spannungen sorgte Anfang Februar ein Anschlag mit 36 Toten auf ein schiitisches Gemeindehaus nahe Islamabad. Der IS reklamierte den Anschlag für sich. Pakistan machte einen Afghanen als Drahtzieher für den Anschlag verantwortlich.
Source: faz.net