Iranüberblick: 4.000 zerstörte Zivilgebäude, Iran greift US-Tanker an

Am sechsten Tag des Krieges im Nahen Osten ist am frühen Morgen der erste von der Bundesregierung organisierte Evakuierungsflug in Frankfurt am Main gelandet. An Bord des Lufthansa-Fliegers befanden sich ausgewählte Personen; die Bundesregierung hatte angekündigt, Evakuierungsflüge für besonders gefährdete Personen – Kinder, Kranke, Schwangere – zu organisieren. Zehntausende Reisende aus der ganzen Welt sitzen aufgrund der iranischen Angriffe auf andere Golfstaaten immer noch im Ausland fest.

4.000 zerstörte Zivilgebäude und „die nächste Phase“ des Krieges

Am späten Nachmittag berichtete der Rote Halbmond, dass seit Kriegsbeginn mehr als 4.000 zivile Gebäude im Iran durch US-israelische Bomben zerstört worden sind. Auf Telegram berichtete die Organisation, dass 3.646 Wohngebäude und 528 Geschäftseinheiten betroffen seien. Am Abend kündigte Ejal Samir, der israelische Armeechef, die „nächste Phase des Krieges“ im Iran an. „Wir haben weitere Überraschungsmaßnahmen geplant“, sagte Samir. Der Generalstabschef unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens Israels und der USA: „Unsere Zusammenarbeit ist historisch.“

Iranisches Staatsoberhaupt von Trumps Gnaden?

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hat bei einer Pressekonferenz verkündet, dass er bei der Auswahl des nächsten iranischen Staatschefs mitbestimmen wolle. „Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt“, zitierte die US-amerikanische Nachrichtenwebsite Axios den Präsidenten. Weiter forderte Trump: „Ich muss an der Ernennung beteiligt sein, wie bei Delcy
(Rodríguez) in Venezuela.“

Weitere Angriffe auf Schiffe

Nach der Zerstörung der iranischen Fregatte Iris Dena vor der Küste Sri Lankas am Vortag hat der iranische Außenminister den USA mit Vergeltung gedroht. 87 Menschen starben dabei, nach zehn vermissten Besatzungsmitgliedern suchen Hilfskräfte noch. Später am Morgen meldete die Revolutionsgarde, einen US-Tanker im Persischen Golf angegriffen zu haben. Ein weiteres iranisches Schiff, das vor der sri-lankischen Küste einen Motorschaden gemeldet hatte, ist ebenfalls evakuiert worden. Iran hatte im Februar gemeinsam mit Indien eine Militärübung im Indischen Ozean abgehalten. Am Abend hat die Revolutionsgarde einen Drohnenangriff auf den amerikanischen Flugzeugträger USS Abraham Lincoln verkündet.

US-israelische Angriffe auf iranische Gesundheitseinrichtungen

Die WHO hat 13 Angriffe auf iranische Gesundheitseinrichtungen bestätigt. US-israelische Angriffe hätten vier Beschäftigte getötet und 25 weitere verletzt, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Pressekonferenz. Ein weiterer WHO-Vertreter fügte hinzu, dass auch vier Krankenwagen betroffen gewesen seien und Krankenhäuser sowie andere medizinische Einrichtungen geringfügige Schäden erlitten hätten. Die USA und Israel hatten stets dementiert, zivile Infrastruktur anzugreifen.

Aserbaidschan mobilisiert Armee

Nach einem Drohnenangriff auf die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan hat Aserbaidschan seine Armee mobilisiert. Zuvor waren Drohnen am internationalen Flughafen in Nachitschewan sowie in der Nähe einer Schule eingeschlagen. Aserbaidschan machte den Iran für den Angriff verantwortlich, die iranische Führung hat eine Verantwortung für den Angriff bestritten. Großbritannien kündigte an, vier zusätzliche Kampfjets nach Katar verlegen zu wollen, um die britischen Verteidigungsoperationen in der Region zu stärken. Spanien entsandte eine Fregatte nach Zypern.

Zehntausendfache Flucht – nach Syrien

Im Süden des Libanon sind erneut Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah-Miliz wieder aufgeflammt. Mehr als 300.000 Menschen flohen aus ihren Dörfern nach Norden, Zehntausende Menschen flohen über die Grenze nach Syrien. „Im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus zeichnet sich nach den anhaltenden Konflikten in der Region ein beunruhigendes Bild der Vertreibung ab“, sagte UNHCR-Sprecher Babar Baloch.

Warnung vor einer neuen Migrationskrise

Die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) hat aufgrund des Krieges vor einer neuen Migrationskrise gewarnt, die auch Europa betreffen könnte. Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei auch zivile Infrastruktur getroffen werde – diese Faktoren würden mehr Migrationsbewegungen zur Folge haben, sagte Amy Pope. Der EU-Kommissar für Migration, Magnus Brunner, teilt die Sorge nicht. Der türkische Außenminister habe versichert, die Grenzen zum Iran geschlossen zu halten.

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