Irans Religionsführer Chamenei fordert Rache pro Kriegsopfer

Stand: 12.03.2026 • 16:56 Uhr

In der ersten Rede seit seiner Wahl zum obersten Religionsführer Irans hat Modschtaba Chamenei Vergeltung für die Opfer des Krieges gefordert. Die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormus will er weiter blockieren.

Irans neuer Religionsführer und Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei hat in einer ersten Stellungnahme Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel gefordert.

Der 56-jährige Kleriker betonte die Notwendigkeit von Vergeltung, insbesondere für die bei einem Luftangriff getöteten Schülerinnen, wie es in einer Erklärung des Geistlichen hieß, die im Staatsfernsehen verlesen wurde. Iran werde nicht davor zurückschrecken, das Blut seiner Märtyrer zu rächen. „Besonders empfindlich sind wir gegenüber dem Blut unserer Kinder“, hieß es in der Rede.

Bei einem Angriff am ersten Kriegstag Ende Februar waren in Minab im Süden des Landes nach iranischen Angaben rund 170 Schülerinnen getötet worden. Dafür waren nach Recherchen von US-Medien amerikanische Streitkräfte verantwortlich.

Chamenei: Eigentum von Feind nehmen oder zerstören

Chamenei betonte in seiner Rede die Notwendigkeit der Verteidigung und forderte das Land zum Zusammenhalt auf. „Auch muss weiterhin der Hebel der Blockierung der Straße von Hormus genutzt werden“, sagte der Geistliche laut dem Transkript. „Wir werden vom Feind Entschädigung verlangen“, wurde Chamenei weiter zitiert. Wenn der Feind sich weigere, werde ihm Eigentum genommen. Sollte dies nicht möglich sein, solle sein Eigentum zerstört werden.

Die Golfstaaten in der Region forderte Chamenei auf, US-Stützpunkte zu schließen. Er sprach von warmen und konstruktiven Beziehungen zu den arabischen Nachbarn, deren Staaten jedoch für den Krieg gegen Iran genutzt würden. Die iranischen Streitkräfte hätten dort lediglich auf US-Ziele geschossen. „Wenn es nötig ist, werden wir dies weiterhin tun“, sagte Chamenei. Die Golfstaaten müssten ihre Haltung gegenüber den USA klären.

Irans Fernsehen nennt Chamenei „Kriegsversehrten“

Seit seiner Ernennung zum obersten Führer in Iran am Sonntag hat sich Modschtaba Chamenei nicht öffentlich gezeigt. Ohnehin meidet der Sohn des am 28. Februar getöteten Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei seit Jahren die Öffentlichkeit.

Er überlebte die Bombardierungen im Herzen der Millionenmetropole zu Kriegsbeginn, verlor dabei jedoch seine Ehefrau, Mutter und einen Schwager. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn als „Kriegsversehrten“, nannte aber keine weiteren Details über eine mögliche Verletzung.

Gegenseitige Angriffe halten an

Unterdessen halten knapp zwei Wochen nach dem Start des Krieges die Angriffe beider Seiten unvermindert an. Die Golfregion, Israel sowie der Libanon bleiben weiter unter Beschuss. Neuerliche israelische Angriffe auf Teheran beantworteten Irans Streitkräfte nach eigenen Angaben mit einer Welle von Raketen auf Ziele in Israel. Außerdem seien mit Kampfdrohnen militärische Ziele in Israel attackiert worden. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst.

Währenddessen setzte Iran seinen Beschuss der wichtigen Energie-Infrastruktur in der Region fort. Sowohl in Bahrain wie im Oman griff Iran Treibstofftanks an.

Die von Chamenei in seiner Rede angesprochene Straße von Hormus wird der iranischen Revolutionsgarde zufolge geschlossen gehalten. „Wir werden dem Aggressor-Feind die schwersten Schläge zufügen, indem wir die Strategie der Schließung der Straße von Hormus beibehalten“, erklärt der Kommandeur der Marineeinheit der Revolutionsgarde auf der Online-Plattform X.

Source: tagesschau.de