Irankrieg: Trumps Blockade zielt aufwärts die Achillesferse Teherans

Wie einfach ist es doch, sich über die Ankündigung des amerikanischen  Präsidenten Donald Trump lustig zu machen, er reagiere auf den Versuch Irans, die Straße von Hormus zu blockieren, mit einer Blockade ebendieser Straße von Hormus. Tatsächlich kontrollieren die USA damit die Lebensader des iranischen Regimes.

Rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte gehen durch die Meerenge. Die Einnahmen stehen für mehr als ein Fünftel der iranischen Wirtschaftsleistung. Eine 2021 fertiggestellte Überlandpipeline hat bei Weitem nicht genügend Fassungsvermögen, um das Öl auszuführen. Wenn Iran kein Öl abtransportieren kann, dann muss es die Produktion lagern. Analysten schätzen, dass die dafür vorgesehenen Reservoirs in knapp zwei Wochen bis zum Rand gefüllt sind. Dann muss Iran seine Förderung stoppen. Das hat schwerwiegende Folgen. Wenn der Förderdruck nachlässt, dringt Grundwasser in die Ölquellen und macht sie auf Dauer deutlich weniger ergiebig. Die Uhr tickt. Iran könnte einen Teil seiner wichtigsten Einkommensquelle verlieren.

Lebensmittelpreise in Iran dramatisch gestiegen

Mindestens so schlimm für das Regime ist, dass die Blockade auch Importe von Konsumgütern, Industriegütern und Lebensmitteln trifft, die zumindest zum Teil über die Meerenge angeliefert werden. Die Lebensmittelpreise für Grundnahrungsmittel wie Reis sind in Iran dramatisch gestiegen, das Land nähert sich der Hyperinflation: Die Regierung gab jüngst eine Zehn-Millionen-Rial-Banknote heraus und begrenzte Abhebungen von Bankkonten.

Kritik an Trumps Vorgehen ist leicht. Aber was ist die Alternative? Das iranische Regime bedroht das Lebensrecht des israelischen Staates, unterminiert die Souveränität der arabischen Welt durch die Finanzierung von Terrormilizen im Irak, im Jemen und in Libanon, und es ermordet gnadenlos die Kritiker im eigenen Land. Unabhängig davon ist die Passage durch die Meerenge ein Recht aller Staaten, verankert im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, und kein Vorrecht, das von den Anrainerstaaten gewährt wird. Die USA versuchen, die Straße der iranischen Kontrolle zu entziehen. Dafür verdienen sie Dankbarkeit.

AnalystenDonaldFinanzierungFörderungGrundwasserImporteIrakIranJemenLebensmittelpreiseLibanonÖlProduktionRandRechtRegierungReisTeheranTrumpUSAWELT