Irankrieg: Trump wegen Irankrieg „sehr enttäuscht“ von dieser Nato

US-Präsident Donald Trump hat Deutschland
und andere Nato-Länder für die ausbleibende Hilfe bei der
Absicherung der Straße von Hormus kritisiert. Die Haltung der
Verbündeten sei „ziemlich schockierend“, sagte Trump bei einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin im Oval Office in Washington. „Ich denke, die Nato macht einen sehr dummen Fehler“, fügte er hinzu. Der Fall sei ein „Test“ für das Bündnis gewesen. Trump brachte sogar einen möglichen Rückzug der USA aus dem Bündnis ins
Spiel: „Das ist definitiv etwas, über das wir nachdenken sollten“, sagte
er. „Ich brauche den Kongress nicht für diese Entscheidung.“

Deutschland habe erklärt, nichts mit dem Irankrieg zu tun zu haben und sich deshalb nicht beteiligen zu wollen, sagte Trump. Zugleich finde die Bundesregierung aber, die USA und Israel hätten
„etwas Großartiges getan“, weil sie die iranische Führung ausgeschaltet
hätten.

Zuvor hatte Trump die Nato bereits in einem Post auf seiner Onlineplattform kritisiert. Die USA seien von den meisten ihrer Nato-„Verbündeten“ informiert worden, dass sie nicht an der Militäroperation gegen den Iran teilnehmen wollten, schrieb Trump. Er sei davon nicht überrascht, weil er die Nato immer als „Einbahnstraße“ gesehen habe. „Wir werden sie schützen, aber sie werden nichts für uns tun.“ Weil die USA aber so großen militärischen Erfolg gehabt hätten, brauche man die Unterstützung der Nato-Partner gar nicht, schrieb Trump.

Der republikanische Senator Lindsey Graham schrieb auf X, dass er mit Trump über die Weigerung der europäischen Verbündeten gesprochen habe, sich an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Er habe Trump „noch nie in seinem Leben so wütend“ erlebt. „Angesichts dessen, was auf dem Spiel steht, teile ich diese Wut“, schrieb Graham. Er sehe sich als Unterstützer von Bündnissen, allerdings lasse ihn die aktuelle Situation den Wert dieser Bündnisse hinterfragen.

Merz: „Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte einem Bundeswehr-Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus am Montag erneut eine klare Absage erteilt. Zugleich ging er auf Distanz zu den USA und
Israel. „Die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel haben uns vor diesem Krieg nicht konsultiert“, sagte Merz. „Zu Iran hat es eine gemeinsame Entscheidung über das Ob nie
gegeben. Deshalb stellt sich auch nicht die Frage, wie sich Deutschland
hier militärisch einbringt. Wir werden es nicht tun.“ Auch Trumps Forderung nach einem Nato-Einsatz in der Straße von Hormus
wies der Kanzler zurück. „Die Nato ist ein Verteidigungsbündnis und
kein Interventionsbündnis, deshalb ist die Nato hier nicht gefragt“,
sagte Merz.

Der Schiffsverkehr durch die für den weltweiten Ölhandel bedeutende Straße von Hormus ist seit Beginn des Irankriegs praktisch zum Erliegen gekommen. Die Ölpreise stiegen auf das höchste Niveau seit Jahren.

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