Irankrieg: Ölpreise steigen drastisch – Aktienmärkte in Asien enervieren ein

Die Ölpreise sind angesichts des nicht absehbaren Endes ‌des ⁠Irankriegs ​weiter stark angestiegen. Aktienkurse brachen daraufhin deutlich ein. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 27 Prozent auf mehr als 115 US-Dollar pro Fass (159 Liter). ⁠Der Preis der Nordseesorte Brent stieg um 23 Prozent auf 114,36 Dollar – ​der größte Tagesanstieg seit mindestens 1988.

Vor dem Beginn des Kriegs ​vor rund einer Woche hatte Brent noch rund 73 ‌US-Dollar gekostet. Damit ist ​der Preis seitdem um ⁠mehr ​als 50 Prozent ‌gestiegen. Der Ölpreis lag zuletzt vor dreieinhalb Jahren über 100 US-Dollar pro Fass.

US-Präsident Donald Trump beschrieb den steigenden Ölpreis als
notwendiges Opfer angesichts der Bedrohung durch das iranische
Atomprogramm. „Kurzfristige Ölpreise, die schnell
wieder sinken werden, wenn die Zerstörung des iranischen Atomprogramms
beendet ist, sind ein sehr kleiner Preis, der für Sicherheit und
Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist“, schrieb Trump in
seinem Onlinedienst. „Nur Narren würden anders
denken“, fügte er hinzu.

Aktienmärkte in Asien brachen an diesem Montag angesichts der Furcht ⁠vor Lieferengpässen, steigender Inflation und höheren Zinsen ein. Der japanische Nikkei-Index und der Kospi-Index in Südkorea lagen um rund sieben Prozent im Minus. Besonders die Papiere von Fluggesellschaften fielen in Asien deutlich: Sie verloren zwischen vier und mehr als zehn Prozent. 

Auch der deutsche Leitindex Dax wird zum Handelsstart deutlich schwächer erwartet – Terminkontrakte fielen um mehr als drei Prozent. An der US-Börse fiel der S&P-500-Future um rund zwei Prozent.

Als Reaktion auf den hohen Ölpreis kündigte Südkorea an, die Spritpreise im Inland erstmals seit fast 30 Jahren zu deckeln. Die Regierung werde ein System von Höchstpreisen für Erdölprodukte „schnell und entschlossen umsetzen“, sagte Präsident Lee Jae-myung bei einer ​Dringlichkeitssitzung des Kabinetts.

Der Krieg der USA und Israels mit dem Iran, der nun in seine zweite Woche geht, betrifft Länder und Regionen, die für die Produktion und den Transport von Öl und Gas aus dem Persischen Golf entscheidend sind. Rund 15 Millionen Barrel Rohöl – etwa 20 Prozent des weltweiten Ölhandels – werden nach Angaben der unabhängigen Forschungsfirma Rystad Energy normalerweise täglich durch die Straße von Hormus transportiert.

Irak und Kuwait fahren Ölproduktion zurück

Die Gefahr iranischer Raketen- und Drohnenangriffe hat Tanker weitgehend daran gehindert, die Meerenge zu passieren. Sie grenzt im Norden an den Iran und dient dem Transport von Öl und Gas aus Saudi-Arabien, Kuwait, dem Irak, Katar, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran.

Der Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Ölproduktion reduziert, da die Lagertanks aufgrund der verringerten Exportmöglichkeiten zunehmend gefüllt sind. Ende vergangener Woche hatte Katars Energieminister Saad al-Kaabi vor schwerwiegenden Folgen des
Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen
aus der
Region gewarnt. Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am
Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen
könnten. Dann ist nach Einschätzung des Ministers ein Anstieg des Ölpreises bis auf 150 US-Dollar möglich.

Der Iran, Israel und die Vereinigten Staaten haben seit Beginn des Kriegs Öl- und Gasanlagen angegriffen, was die Versorgungsängste weiter verschärft. Die USA beteuerten jedoch, die iranische Ölindustrie nicht angreifen zu wollen. „Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab“, sagte Energieminister Chris Wright dem Sender CNN. Zuvor hatte die Bombardierung eines Öllagers durch Israel im Iran für Aufsehen gesorgt, nach der dichte Rauchschwaden den Himmel über der Hauptstadt Teheran verdunkelten. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen großen Feuerball.

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