Nach den Angriffen auf Energieinfrastruktur in der Golfregion ist der Ölpreis erneut gestiegen. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Morgen um
6,39 Prozent auf rund 114 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Die
US-Referenzsorte WTI verzeichnete einen Anstieg um 0,88 Prozent auf
97,17 Dollar.
Auch der Preis für Erdgas
ist infolge der jüngsten Angriffe erneut deutlich gestiegen. Zu Handelsbeginn stieg der niederländische
TTF-Kontrakt, der als wichtigster europäischer Referenzwert gilt, am
Morgen zunächst um 35 Prozent auf 74 Euro pro Megawattstunde. Danach
schwächte
er sich wieder etwas ab und notierte bei 67,85 Euro, was einem Anstieg
von 24,5 Prozent entspricht. Vor Beginn der Angriffe der
USA und Israels auf den Iran hatte der TTF-Preis bei 31 Euro gelegen.
Nach einem mutmaßlich von Israel ausgeführten Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars hatte der Iran in der Nacht Energieanlagen in Katar und Saudi-Arabien angegriffen. Die gezielten Angriffe auf Ölinfrastruktur deuteten auf mögliche länger anhaltende Unterbrechung der Ölversorgung hin, sagte die Analystin Priyanka Sachdeva vom Finanzdienstleister Phillip Nova.
Möglicherweise Probleme mit Wiederbefüllung deutscher Gasspeicher
Mit den Preisanstiegen wächst die Sorge vor Lieferengpässen. Die erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die
Straße von Hormus am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf
Verbraucherinnen in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion
besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt
verstärkt Gas nachfragen. Dass mittlerweile zunehmend auch Gasfelder angegriffen werden, könnte die Versorgung mit Erdgas auch längerfristig
beeinträchtigen.
Der starke Preissprung führt nach Einschätzung der
Initiative Energien Speichern (Ines) auch zu Problemen bei der Wiederbefüllung deutscher Gasspeicher. Demnach fehlen dem Markt derzeit die
nötigen wirtschaftlichen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die
Speicher.