Irankrieg: Libanons Krankenhäuser nachdem israelischem Großangriff überfüllt

Die israelische
Armee hat einen Großangriff auf den Libanon geflogen. Es sei der bisher „größte
koordinierte Angriff auf die Infrastruktur der Hisbollah“, teilte das israelische Militär mit. Man habe innerhalb von zehn
Minuten mehr als 100 Ziele der Hisbollah in verschiedenen Gebieten des
Libanon gleichzeitig angegriffen. Darunter seien unter anderem Hauptquartiere der Hisbollah, Kommandozentralen und militärische
Stellungen gewesen.

Laut örtlichen Medien wurden in Beirut vor allem dicht besiedelte Gebiete im Süden der Stadt attackiert. Mindestens 300 Menschen seien bei den Angriffen verletzt oder getötet worden. Der libanesische Gesundheitsminister
Rakan Nasreddine teilte laut Berichten mit, die Krankenhäuser seien
angesichts der Vielzahl an Verletzten überfüllt.

Der libanesische ‌Außenminister Jussef Radschi ⁠sagte, sein Land sei bereit ​zu Verhandlungen mit
Israel. Bundesaußenminister Johann Wadephul bat seinen
israelischen Kollegen Gideon Sa’ar nach Angaben eines Sprechers
um Zurückhaltung
.

Angriffe auf Wohngebiete

Die libanesische Regierung beschuldigte Israel, Zivilisten attackiert zu haben. Israel eskaliere seine
Angriffe weiter, schrieb der libanesische Regierungschef Nawaf Salam auf X. Israel greife „dicht besiedelte Wohngebiete“ an
und töte „unschuldige Zivilisten im ganzen Libanon, insbesondere in
Beirut“. Die israelische Regierung missachte alle Bemühungen für ein
Ende der Kämpfe, schrieb Salam. Sie verstoße gegen das Völkerrecht.

Israel warf dagegen der Hisbollah vor, Zivilisten als
Schutzschilde zu benutzen. „Der Großteil der angegriffenen Infrastruktur
befand sich mitten in der Zivilbevölkerung“, teilte die Armee mit. Armeechef
Ejal Samir kündigte an, weiterhin gegen die Hisbollah
vorzugehen und „entschlossen zuzuschlagen“.

Beobachter sprachen laut örtlichen Medien vom
heftigsten Beschuss Beiruts seit der israelischen Invasion im
Libanonkrieg 1982
. Berichten zufolge wurden zudem Ziele im Süden des Landes sowie in der
Bekaa-Ebene angegriffen.

Warnung vor Wiederaufnahme der Angriffe auf Israel

Die Angriffe erfolgten wenige Stunden, nachdem eine Waffenruhe im
Irankrieg verkündet
 worden war. Von israelischer Seite hieß es, dass sich die
Vereinbarung nicht auf den Libanon erstrecke, während der Vermittler
Pakistan das Gegenteil behauptet.

Quellen aus dem Umfeld der Hisbollah warnten
laut einem Bericht der Zeitung Naharnet vor einer Wiederaufnahme der
Hisbollah-Angriffe auf Israel, sollte Israel sich nicht an das
Waffenruheabkommen halten. Auch der Iran drohte einem Medienbericht zufolge mit
einem Ende der Waffenruhe, sollten die israelischen Angriffe im
Libanon weitergehen.

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