Iranisches Atomprogramm: Trump will unterirdische Uranvorräte aus dem Iran in die USA mitbringen

US-Präsident Donald Trump hat bekräftigt, dass er Irans Vorrat an angereichertem Uran nach einem Friedensabkommen in die USA bringen will. Die USA würden dem Iran dabei helfen, das hochangereicherte Uran aus unterirdischen Lagern zu bergen, sagte Trump am Freitag
bei einer Rede in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona.

Trump sprach nicht direkt von hochangereichertem Uran, das sich tief unter den iranischen Atomanlagen befinden soll, sondern benutzte
den Ausdruck »nuklearer Staub«. Die USA würden aber dem Iran kein
Geld dafür bezahlen, damit das Land seinen Uranvorrat aufgebe, sagt
Trump weiter.

»Wir werden es bekommen.«

»Aber wir werden zusammen mit dem Iran reingehen«, sagte Trump.
»Wir werden es bekommen. Wir werden es sehr bald zurück in die USA
bringen.«

In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Trump zudem, die Vereinigten Staaten würden langsam in den Iran einrücken, um das dortige angereicherte Uran sicherzustellen. Auch auf seiner Onlineplattform schrieb Trump, die USA würden das iranische Uran bekommen; es werde dafür keine Geldtransfers in irgendeiner Form geben.

Der Iran dementierte hingegen die angebliche Bereitschaft zur Übergabe des Urans. »Irans angereichertes Uran wird nirgendwohin transferiert«, sagte Esmail Bakaei, Sprecher des iranischen Außenministeriums, am Abend im Staatsfernsehen.

Unterdessen hat die Nachrichtenagentur AP von einem mit der Sache vertrauten Diplomaten erfahren, dass China bereit wäre, das Uran aus dem Iran zu übernehmen oder auf einen niedrigeren Anreicherungsgrad zu bringen, wenn die USA und der Iran dies wünschten. Auch der
konservative US-Sender Fox News berichtet über die Sache. China ist der
wichtigste Handelspartner Irans.

Iran verlangt Ende internationaler Sanktionen

Das iranische Atomprogramm ist einer der Hauptstreitpunkte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Die US-Regierung fordert einen Abtransport von hochangereichertem Uran. Am vergangenen Wochenende hatte sie zudem eine 20-jährige Aussetzung aller nuklearen Aktivitäten gefordert. Die iranische Führung lehnt dies ab – insbesondere für einen so langen Zeitraum – und verlangt die Aufhebung internationaler Sanktionen.

Bereits am Donnerstag hatte Trump vor Journalisten in Washington behauptet, der Iran habe zugestimmt, seine Bestände von angereichertem Uran zu übergeben. »Sie haben zugestimmt, uns den atomaren Staub zurückzugeben«, sagte Trump, ohne jedoch nähere Angaben dazu zu machen. Beide Länder stünden »sehr kurz« vor dem Erzielen eines Friedensabkommens. »Es gibt eine sehr gute Chance, dass wir einen Deal erzielen«, sagte Trump.

Atomprogramm als Argument für Irankrieg

Zahlreiche Staaten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Die iranische Führung bestreitet das und gibt an, ihr Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben. Auch der Krieg Israels und der USA gegen den Iran wurde unter anderem damit begründet, der Iran stehe kurz vor dem Bau von Atomwaffen. Das iranische Regime hatte Israel wiederholt mit Auslöschung gedroht.

Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Zur Herstellung von Atomsprengköpfen ist auf 90 Prozent angereichertes Uran nötig, zur Stromerzeugung mit Atomkraft ist eine Anreicherung auf weniger als vier Prozent ausreichend. Die IAEA zweifelt den friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms daher an.

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