Iranisches Atomprogramm: Iran ruft Botschafter aus Berlin, Paris und London zur Beratung zurück

Der Iran hat angesichts der drohenden Wiedereinführung von Sanktionen wegen seines Atomprogramms seine Botschafter in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu Konsultationen einberufen. Die drei Diplomaten sollten zu Beratungen nach Teheran zurückkehren wegen „des unverantwortlichen Verhaltens der drei europäischen Länder, die zurückgenommenen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats wieder einzusetzen“, berichtet das iranischen Staatsfernsehen.

Die im Rahmen des 2015 geschlossenen internationalen Atomabkommens schrittweise abgebauten UN-Sanktionen gegen den Iran beinhalten einen sogenannten Snapback-Mechanismus: Sie treten beim Auslösen des Mechanismus ohne neues Abkommen innerhalb von 30 Tagen automatisch wieder in Kraft. Nachdem Deutschland, Frankreich und Großbritannien den Fall Ende August ausgelöst hatten, endet die Frist am Sonntagmorgen.

Zuvor hatte die Mehrheit der 15 Mitglieder im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf abgelehnt, der eine Fristverlängerung vorsah und dem Iran somit mehr Zeit für Verhandlungen über sein Atomprogramm einräumen sollte. Demnach sollte die Frist für den Snapback-Mechanismus um weitere sechs Monate bis zum 18. April 2026 verlängert werden. Irans Verbündete China und Russland hatten den Entwurf eingebracht. 

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