Der neue Ajatollah Chamenei agiert bisher im Verborgenen, lässt aber eine Botschaft verbreiten. Laut einem Zeitungsbericht erwägen die USA den Einsatz von Bodentruppen im Iran. Noch aber habe sich US-Präsident Donald Trump nicht endgültg entschieden. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
17:40 Uhr – Netanjahu will Pufferzone im Libanon ausweiten
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat das Militär nach eigenen Angaben angewiesen, die Pufferzone im Südlibanon weiter auszuweiten. Ziel sei es, die Sicherheitslage an der nördlichen Grenze Israels zu stärken, sagt Netanjahu in einer Videoübertragung aus dem Hauptquartier des zuständigen Nordkommandos.
Die israelische Armee rückte mit Bodentruppen weiter vor. Die Truppen seien im Süden acht Kilometer weit von der Grenze ins Landesinnere vorgedrungen, sagte der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa in einer Kabinettssitzung.
16:55 Uhr – Iranische Medien verbreiten Botschaft des neuen Machthabers Chamenei
Irans staatliche Medien verbreiten eine Botschaft des neune Machthabers Ajatollah Modschtaba Chamenei. Er hat sich demnach bei dem irakischen Volk und der dortigen religiösen Führung für die Unterstützung des Iran „angesichts der Aggression“ bedankt. In den Berichten wird nicht erläutert, auf welchem Weg die Botschaft übermittelt wurde.
Chamenei war zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden, nachdem dieser zu Beginn des Kriegs vor einem Monat getötet worden war. Er soll allerdings selbst verletzt worden sein. In der Öffentlichkeit ist er seit seiner Ernennung nicht in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand schürt.
14:25 Uhr – „Unsere Raketen sind in Stellung“, warnt Teheran die USA
Der Iran warnt die USA nachdrücklich vor einer Bodeninvasion. „Die iranischen Streitkräfte warten auf die Ankunft amerikanischer Bodentruppen, um sie in Brand zu setzen und ihre regionalen Partner für immer zu bestrafen“, sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf am Sonntag. Qalibaf fügte hinzu: „Wir feuern weiter. Unsere Raketen sind in Stellung. Unsere Entschlossenheit und unser Glaube sind gewachsen.“
Die Äußerungen fielen, während sich regionale Mächte in Pakistan zu Gesprächen über die Beendigung der Kämpfe im Nahen Osten trafen. Zuvor hatte die „Washington Post“ berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium wochenlange Einsätze von Bodentruppen im Iran vorbereite.
13:57 Uhr – Bei Luftangriff Israels getötete Journalisten im Libanon bestattet
Trauernde haben sich im Libanon für die Bestattung von drei bei einem israelischen Luftangriff getöteten Journalisten versammelt. Teilnehmer der Beisetzung am Sonntag im südlich von Beirut gelegenen Chueifat riefen „Tod für Israel“ und Tod für Amerika“, als die Leichen in die Erde gelassen wurden.
Ali Schuaib, ein Korrespondent des Hisbollah-Senders Al-Manar, Fatima Fatuni, eine Reporterin des proiranischen Senders Al-Majadin, und ihr Bruder Mohammed, der sie als Kameramann begleitete, waren am Samstag bei einem Angriff auf ihr Auto getötet worden, während sie über die Gefechte zwischen Israel und der Schiitenmiliz Hisbollah im Süden des Libanons berichteten.
Das israelische Militär teilte mit, der Angriff habe Schuaib gegolten, der für die Hisbollah gearbeitet habe. Beweise dafür legte das Militär nicht vor. Libanesische Behördenvertreter sprachen von einem Kriegsverbrechen.
13:40 Uhr – Irans Parlamentspräsident wirft den USA Täuschungsmanöver vor
Mohammed Baker Kalibaf wirft den USA Täuschungsmanöver bei ihrem Vorstoß für eine diplomatische Beendigung des Kriegs in Nahost vor. Die USA würden unter dem Deckmantel von Verhandlungsangeboten insgeheim einen Bodenangriff vorbereiten, sagte der iranische Parlamentspräsident in einer Botschaft an die Nation. Der Iran sei aber bereit zu reagieren. Seine Streitkräfte warteten auf die Ankunft von US-Bodentruppen, um diese und ihre regionalen Partner zur Rechenschaft zu ziehen.
Zuvor hatte die „Washington Post“ berichtet, dass das US-Verteidigungsministerium wochenlange Einsätze von Bodentruppen im Iran vorbereite, bei denen Spezialeinheiten und auch reguläre Infanterietruppen zum Einsatz kommen könnten. Es sei jedoch unklar, ob Präsident Donald Trump den Plänen zustimmen werde.
13:33 Uhr – Iranische Medien: AKW Buschehr von Geschoss getroffen
Das iranische Atomkraftwerk Buschehr ist örtlichen Medien zufolge von einem Geschoss getroffen worden. Es habe weder Verletzte noch finanziellen oder technischen Schaden gegeben, heißt es weiter.
13:10 Uhr – Bundestags-Experten sehen Iran-Krieg als Völkerrechtsverstoß
Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sehen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig an und weisen auf mögliche Konsequenzen für Deutschland hin. Die Angriffe der beiden Länder stellten „nach herrschender Ansicht“ einen Verstoß gegen das in der Charta der Vereinten Nationen verankerte Gewaltverbot dar, da sie weder vom Recht der Selbstverteidigung gedeckt noch vom UN-Sicherheitsrat autorisiert worden seien, heißt es in einem Gutachten der Bundestags-Experten. Dieses wurde von Abgeordneten der Linksfraktion in Auftrag gegeben und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte die „Berliner Zeitung“ darüber berichtet.
12:59 Uhr – Saudi-Arabien wehrt Drohnen ab
Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben mehrere Drohnenangriffe abgewehrt. Das Verteidigungsministerium teilte mit, am Sonntagmorgen seien zehn Drohnen abgefangen und zerstört worden.
12:30 Uhr – Syrische Regierungstruppen wehren Drohnenangriff von US-Militärbasis aus dem Irak ab
Die syrischen Regierungstruppen haben nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf eine US-Militärbasis aus dem Irak abgewehrt. Vier Drohnen aus dem Irak hätten den US-Stützpunkt angegriffen, teilte der stellvertretende Verteidigungsminister Sipan Himo heute mit. „Wir betrachten den Irak als verantwortlich und rufen dazu auf, eine Wiederholung von Angriffen zu verhindern, die unsere Stabilität gefährden.“
12:10 Uhr – Iranischer Parlamentspräsident warnt vor Einsatz von Bodentruppen
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnt die USA vor einem Einsatz von Bodentruppen in der Islamischen Republik. Iranischen Staatsmedien zufolge drohte er damit, die US-Soldaten „in Brand“ zu setzen und die Angriffe auf Verbündete der Vereinigten Staaten auszuweiten. Die iranischen Streitkräfte „warten auf die Ankunft amerikanischer Soldaten, um sie in Brand zu setzen und ihre regionalen Partner für immer zu bestrafen“, sagte er. „Unser Beschuss hält an. Unsere Raketen sind in Stellung. Unsere Entschlossenheit und unser Glaube sind gewachsen.“
10:07 Uhr – Büro von katarischem Nachrichtensender beschädigt
Bei einem israelischen Raketenangriff auf die iranische Hauptstadt Teheran ist ein Büro des katarischen Nachrichtensenders Al Arabi beschädigt worden. Der Sender schrieb am Sonntag im Kurzbotschaftendienst X, eine israelische Rakete habe das Gebäude getroffen, in dem sich die Redaktionsräume befinden. Dabei sei „erheblicher Schaden“ entstanden, die Live-Berichterstattung sei deswegen unterbrochen worden. Aufnahmen aus dem Inneren des Gebäudes zeigten zerbrochene Scheiben, Glas und Trümmerteile. Aufnahmen von außen zeigten Trümmerteile auf den Straßen und beschädigte Gebäude.
8.30 Uhr – Angriffe auf Staße von Hormus
Israel und die USA haben nach Angaben iranischer Staatsmedien einen Hafen nahe der Straße von Hormus angegriffen. Bei dem Angriff auf den Kai des Hafens von Bandar Chamir seien fünf Menschen getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Sonntag.
In der iranischen Hauptstadt Teheran gab es derweil wiederholt Explosionen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Im Osten der Stadt stieg Rauch auf.
07:22 Uhr – Armee: Israelischer Soldat im Libanon getötet
Beim Vorrücken der israelischen Armee im Süden des Libanon ist erneut ein israelischer Soldat getötet worden. Der 22-jährige Fallschirmjäger sei „bei Kampfhandlungen im Südlibanon gefallen“, erklärte die Armee am Sonntag.
Der Soldat ist das fünfte Todesopfer in den Reihen der israelischen Armee bei den im Zuge des Iran-Kriegs wieder aufgeflammten Kämpfen mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz.
06:22 Uhr – EU-Mission warnt vor Huthi-Angriffen auf Schifffahrt
Die EU-geführte Marinemission „Aspides“ warnt vor Angriffen der proiranischen Huthi-Miliz im Jemen auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer und im östlichen Golf von Aden. Schiffe könnte dort erneut ins Visier geraten, teilte die Marinemission mit Sitz im griechischen Larissa mit. Reedereien, deren Schiffe sich in der Region befinden, werde empfohlen, besonders vorsichtig zu sein.
06:21 Uhr – AFP-Reporter: Mindestens zwei Explosionen in Teheran
Die iranische Hauptstadt Teheran ist am frühen Sonntagmorgen erneut von heftigen Explosionen erschüttert worden. Wie ein AFP-Reporter berichtete, waren um 7.20 Uhr (Ortszeit, 5.50 Uhr MESZ) im Norden der Stadt mindestens zwei Detonationen zu hören, während die Luftabwehr im Einsatz war. Zunächst war nicht ersichtlich, welche Orte getroffen wurden.
03:43 Uhr – Bericht: Pentagon bereitet wochenlange Bodenoffensive im Iran vor
Das US-Verteidigungsministerium bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge auf wochenlange Bodeneinsätze im Iran vor. Die Pläne umfassten Bodeneinsätze von Spezialeinheiten und konventionellen Bodentruppen auf der für die iranischen Ölexporte wichtigen Insel Charg sowie in Küstenstandorten nahe der Straße von Hormus, berichtete die „Washington Post“ am Samstag unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Beamte.
US-Präsident Trump hat bislang keinen Einsatz von Bodentruppen im Iran genehmigt. Am Freitag hatte US-Außenminister Marco Rubio betont, Bodentruppen seien nicht nötig, um die Kriegsziele der USA im Iran zu erreichen. Laut „Washington Post“ sind die Pläne des Pentagons jedoch bereits weit fortgeschritten. „Dies ist keine Planung in letzter Minute“, zitierte die Zeitung einen Beamten.
Der Krieg in dem Land befindet sich in der fünften Woche. Die Regierung in Washington hat Marineinfanteristen in den Nahen Osten verlegt und plant zudem, Tausende Soldaten der 82. Luftlandedivision in die Region zu entsenden.
03:23 Uhr – Iran-Angriff in Bahrain setzt Aluminium-Branche weiter unter Druck
Der bahrainische Aluminiumhersteller Alba ist nach eigenen Angaben Ziel eines iranischen Angriffs geworden. Bei dem Vorfall am Samstag seien zwei Menschen leicht verletzt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur des Landes am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf das Unternehmen. Alba prüfe derzeit das Ausmaß der Schäden an seinen Anlagen. Die iranischen Revolutionsgarden hatten erklärt, sie hätten neben Alba auch das Unternehmen Emirates Global Aluminium attackiert. Dies sei Vergeltung für Schläge auf zwei iranische Stahlwerke gewesen. Die Revolutionsgarden warfen den beiden Aluminiumproduzenten Verbindungen zu US-Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen vor.
Die Vorfälle treffen eine Branche, die etwa neun Prozent des weltweiten Aluminiumangebots liefert und bereits unter dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran leidet. Wegen der anhaltenden Störungen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus hatte Alba bereits Anfang März drei Schmelzlinien stillgelegt, die 19 Prozent der eigenen Produktionskapazität ausmachen. Da der Konzern wegen der Sperrung der Meerenge kein Metall mehr an Kunden versenden konnte, berief er sich am 4. März auf höhere Gewalt (Force Majeure) und setzte seine Lieferverpflichtungen aus.
03:02 Uhr – Iran-Krieg gefährdet globale Versorgung mit Dünger
Landwirte in aller Welt bekommen die Folgen des Krieges am Persischen Golf bereits sehr konkret zu spüren. Dass sie mehr Geld für Treibstoff bezahlen müssen, ist für die meisten noch das kleinere Problem. Doch weil Teheran als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA die für die Schifffahrt so wichtige Meerenge von Hormus blockiert, gibt es auch nicht mehr genug Dünger. Deswegen dürften dieses Jahr an vielen Orten die Ernten geringer ausfallen. Gerade in Entwicklungsländern könnte das viele Menschen in existenzielle Not bringen.
Die ärmsten Bauern in der nördlichen Hemisphäre seien von Düngemittel-Importen aus der Golfregion abhängig – und die Verknappung komme gerade jetzt, wo die Pflanzzeit beginne, sagt Carl Skau, stellvertretender Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms. „Im schlechtesten Fall wird dies zu geringeren Erträgen und Ernteausfällen in der bevorstehenden Saison führen. Im günstigsten Fall werden höhere Produktionskosten nächstes Jahr in die Preise für Lebensmittel mit einfließen.“
Sonntag, 00:16 Uhr – Iran droht mit Angriffen gegen israelische und US-Unis
Der Iran droht mit Angriffen auch gegen israelische und US-amerikanische Hochschuleinrichtungen. Israelische und amerikanische Universitäten in der Region würden Ziel iranischer Vergeltungsmaßnahmen, zitierte die den Revolutionsgarden – Irans Elitestreitmacht – nahestehende Nachrichtenagentur Fars in der Nacht auf der Plattform X. Der Iran greift seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe vor einem Monat als Gegenreaktion nicht nur Ziele in Israel an, sondern nimmt auch auf Golfstaaten, die US-Stützpunkte beherbergen, unter Beschuss.
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Source: welt.de