Nach einer gemeinsamen Erklärung Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens droht die iranische Führung den Europäern. Das US-Militär nutzt offenbar neue Waffen im Kampf gegen den Iran. Mehr im Liveticker.
Israel und die USA haben den Iran am Samstagmorgen angegriffen. Dabei wurde auch das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet, der seit 1989 an der Macht war. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf US-Basen, Israel und arabische Verbündete der USA. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
10:57 Uhr – IAEA: Neue Schäden an Gebäuden iranischer Atomanlage
Die Internationale Atomenergie-Organisation bestätigt neue Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans. Die Organisation geht nicht davon aus, dass Radioaktivität freigesetzt und die Anlage weiter beschädigt worden ist.
10:46 Uhr – Iran droht europäischen Staaten im Falle eines Kriegseintritts
Die iranische Führung warnt europäische Länder davor, in den US-israelischen Krieg gegen den Iran einzutreten. „Jede derartige Handlung gegen den Iran würde als Komplizenschaft mit den Aggressoren“ und als „Kriegshandlung“ angesehen werden, erklärt der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei – offenbar mit Blick auf eine vorherige Erklärung europäischer Staaten. Frankreich, Deutschland und Großbritannien hatten am Sonntagabend bei Bedarf „Defensivmaßnahmen“ gegen den Iran angekündigt.
10:38 Uhr – Schwarzer Tomahawk-Marschflugkörper sorgt für Aufsehen
Die USA testen im Krieg gegen den Iran offenbar eine modernisierte Variante des Marschflugkörpers Tomahawk. Ein vom US-Regionalkommando Centcom veröffentlichtes Video sowie ein Foto zeigt einen Tomahawk mit schwarzer statt grauer Oberfläche. Experten wie Raketenforscher Markus Schiller und Militäranalyst Fabian Hoffmann werten das gegenüber dem „Spiegel“ als Hinweis auf verbesserte Tarnkappeneigenschaften. Die Beschichtung könnte Radarstrahlen besser absorbieren und gleichzeitig die Sichtbarkeit der Flugbahn bei Nacht für Beobachter am Boden verringern. Fachleute sehen darin eine Reaktion auf bisherigen Kritikpunkt, ältere Tomahawk-Modelle seien unzureichend gegen Radar- und Infrarotsysteme geschützt.
Parallel deuten laut „Spiegel“ vom US-Militär veröffentlichte Videos darauf hin, dass in der Operation „Epischer Zorn“ gegen Iran auch erstmals die neue Kurzstreckenrakete Precision Strike Missile (PrSM) eingesetzt wurde. Die PrSM gilt als Nachfolger der aus der Ukraine bekannten Atacms-Rakete, soll weiter fliegen – über 499 Kilometer – und laut Hersteller Lockheed Martin eine höhere „Überlebensfähigkeit“ gegenüber gegnerischer Luftabwehr besitzen.
10:26 Uhr – Medienbericht: Libanesische Armee zieht sich aus dem Süden zurück
Das libanesische Militär zieht sich einem staatlichen Medienbericht zufolge von einigen Stellungen an der Grenze zu Israel zurück. Die Soldaten würden an anderen Orten stationiert, berichtet die Nachrichtenagentur NNA.
10:22 Uhr – Israels Armee: Irans Feuerkraft lässt nach
Die israelische Armee teilt mit: Die iranischen Angriffe auf Israel schwächten sich inzwischen ab. „Wir beobachten, dass ihre Feuerkraft nachlässt“, sagt Militärsprecher Nadav Schoschani. „Wir konnten ihre Fähigkeit, Raketen auf uns und die Region abzufeuern, begrenzen.“ Er gibt allerdings zu, dass dies zum Teil auch damit zusammenhängen könnte, dass die iranische Führung womöglich Waffenbestände für den Fall aufspart, dass der Krieg länger dauern sollte. Doch wesentlich seien die israelisch-amerikanischen Angriffe: „Wir haben Hunderte ballistischer Raketen zerstört und wir beobachten“, sagt Schoschani. Der Iran könne nicht mehr im großen Umfang Raketen abfeuern.
09:38 Uhr – USA lassen immer mehr diplomatisches Personal evakuieren
Die USA fordern inzwischen in sechs Ländern nicht essenzielle Mitarbeiter ihrer diplomatischen Vertretungen zur Evakuierung auf. Auch Mitarbeiter und Familienangehörige in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollten sich in Sicherheit begeben, wie das Außenministerium der USA bekannt gab.
09:04 Uhr – Iran-Krieg lässt Ölpreise weiter steigen
Die Ölpreise steigen weiter. Nach einem kräftigen Anstieg am ersten Handelstag nach dem Beginn des Iran-Kriegs legten die Preise bis zu rund drei Prozent zu, blieben aber unter dem Höchststand aus den ersten Handelsstunden am Montag (82,37 Dollar). Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Dienstag gegen 8 Uhr um drei Prozent oder 2,35 Dollar auf 80,09 Dollar.
08:56 Uhr – Iranische Agentur: Explosionen in Isfahan und Schiras
In Schiras im Südwesten Irans und in Isfahan im Zentrum der Islamischen Republik sind Explosionen zu hören. Das meldet die iranische Nachrichtenagentur Mehr.
08:20 Uhr – Israelische Armee schickt Soldaten zur Grenze zum Libanon
Israelische Soldaten sind nach Angaben der Armee im Süden des Libanon im Einsatz. Es handele sich um ein taktisches Manöver entlang der gemeinsamen Grenze. Es sei nicht der Auftakt zu einer Offensive der Bodentruppen.
08:11 Uhr – Hisbollah-Miliz meldet Angriffe auf drei israelische Militärstützpunkte
Nach israelischen Luftangriffen auf die libanesische Hauptstadt Beirut hat die Terrororganisation Hisbollah eigenen Angaben zufolge drei Militärstützpunkte in Israel angegriffen. Die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels seien mit Drohnen angegriffen worden. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen beschossen worden.
07:53 Uhr – Wirtschaftsministerin Reiche aktiviert Krisenmechanismen
Angesichts der angespannten Lage im Konflikt mit dem Iran bereitet sich die Bundesregierung auf mögliche Folgen für die Energieversorgung vor. Im Bundeswirtschaftsministerium soll es noch am Vormittag eine interne Lagebesprechung auf Abteilungsleiter- und Referatsleiterebene geben. Das berichtet der Newsletter-Dienst „Politico Pro Energie & Klima“ unter Berufung auf Ministeriumskreise. Thema der Runde seien das weitere Vorgehen und möglicher Handlungsbedarf.
Demnach bewertet das Haus von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die Lage derzeit mehrmals täglich neu und steht in engem Austausch mit anderen Ressorts und Behörden. „Die Bundesregierung hat ihre Krisenmechanismen reaktiviert“, sagt eine Ministeriumssprecherin. So findet auch die heutige Besprechung im Auftrag einer Taskforce statt, die Wirtschaftsministerin Reiche berufen hat. Diese tagte bereits im vergangenen Jahr, als die Straße von Hormus gesperrt war.
07:28 Uhr – Schwere Bombardierung erschüttern Teheran und Vororte
Die iranische Hauptstadt Teheran ist erneut von schweren Bombardierungen erschüttert worden. Auch am Rand der östlichen Pendlerstadt Pardis schlugen rund ein Dutzend Raketen ein, wie iranische Medien berichteten. In den Hochhäusern der Neubaugebiete zitterten die Fenster, wie Bewohner der Nachrichtenagentur dpa berichteten. Auf Videos in sozialen Medien waren graue Rauchschwaden über den Hügeln am Rand des Albors-Gebirges zu sehen.
07:16 Uhr – Israel meldet zeitgleiche Luftangriffe auf Teheran und Beirut
Die israelische Armee fliegt nach eigenen Angaben Luftangriffe auf Ziele in Beirut und Teheran. Die Luftwaffe spricht von „gezielten Angriffe auf militärische Ziele des iranischen Terrorregimes und der Terrororganisation Hisbollah“. Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigen eine große Rauchwolke, die über der libanesischen Hauptstadt Beirut aufsteigt.
06:54 Uhr – Trump: USA verfügen über „praktisch unbegrenzte Vorräte“ an Munition
US-Präsident Trump legt Details zum Waffenarsenal der Vereinigten Staaten offen. Die USA verfügten über eine „praktisch unbegrenzte Vorratsmenge“ an Munition, schrieb er auf Truth Social. „Die Munitionsbestände der Vereinigten Staaten auf mittlerem und gehobenem Niveau waren noch nie so hoch oder in so gutem Zustand – wie mir heute gesagt wurde, haben wir eine praktisch unbegrenzte Versorgung mit diesen Waffen.“ Kriege könnten damit „auf ewig“ und sehr erfolgreich geführt werden, teilte Trump mit.
06:21 Uhr – USA zerstören weitere militärische Infrastruktur im Iran
Die US-Streitkräfte nehmen bei anhaltenden Angriffen im Iran eigenen Angaben zufolge weitere militärische Infrastruktur ins Visier. So wurden bereits Kommando- und Kontrollzentren der iranischen Revolutionsgarden zerstört, zudem iranische Luftabwehrkapazitäten, Raketen- und Drohnenabschussbasen sowie Militärflugplätze. Das teilt das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mit. „Wir werden weiterhin entschlossen gegen unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime vorgehen“, heißt es.
05:43 Uhr – Deutsche Reisende in Golfstaaten – Grüne und Linke kritisieren Wadephul
Nach der Ankündigung der Bundesregierung, erste deutsche Reisende aus der Kriegsregion am Persischen Golf ausfliegen zu lassen, kritisieren die Fraktionen der Grünen und Linken im Bundestag das Vorgehen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). „Was wir derzeit im Nahen Osten erleben, ist eine Eskalation, die sich seit Wochen als mögliches Szenario abgezeichnet hat“, sagte die Grünen-Außenexpertin Luise Amtsberg. „Dass die Bundesregierung in dieser nun akuten Gefährdungslage dennoch unvorbereitet ist und überfordert wirkt, ist erschütternd.“
Der Schutz der eigenen Bürger gehöre zu den Pflichten einer Bundesregierung, ergänzte Amtsberg. „Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reicht nicht aus.“
05:00 Uhr – Bundeskanzler in den USA gelandet
Friedrich Merz (CDU) ist in Washington eingetroffen, um sich mit Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Es ist der zweite Besuch des Kanzlers im Weißen Haus seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten. Der Erste verlief ausgesprochen harmonisch, diesmal dürfte es schwieriger werden.
03:40 Uhr – Netanjahu: Angriff auf Iran war unumgänglich
Benjamin Netanjahu rechtfertigt den Angriff auf den Iran mit dem angeblichen Bau neuer Bunker zum Schutz der iranischen Raketen- und Atomprogramme. „Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten“, sei, dass der Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau „neuer Anlagen, unterirdischer Bunker“ begonnen habe, sagte Netanjahu dem US-Sender Fox News. Das Raketen- und „Atombombenprogramm“ wäre sonst „innerhalb von Monaten“ unangreifbar gewesen.
03:07 Uhr – Machtwechsel im Iran laut Vance nebensächlich
Vertreter der US-Regierung betonen, dass es Donald Trump im Iran nicht in erster Linie um einen Machtwechsel gehe. In einer „perfekten Welt“ würden die USA es begrüßen, wenn jemand im Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, sagte US-Vizepräsident J.D. Vance dem Sender Fox News. Trumps vorrangiges Ziel sei aber, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran passiere.
02:31 Uhr – US-Botschaft in Riad angegriffen
Die US-Botschaft in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad wurde nach Angaben des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums mit zwei Drohnen angegriffen. Dabei sei ein begrenztes Feuer ausgebrochen und ein geringer Sachschaden verursacht worden, erklärte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“ Vergeltungsmaßnahmen ergreifen.
Zuvor hatten Augenzeugen der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt, Rauchwolken über der US-Botschaft aufsteigen gesehen und laute Explosionen gehört zu haben. Aus der saudi-arabischen Armee nahestehenden Kreisen erfuhr AFP, dass die saudi-arabische Luftverteidigung vier Drohnen abgefangen habe, die das diplomatische Viertel im Westen Riads angesteuert hätten. Später berichtete ein AFP-Reporter in Riad von neuen Explosionen im Zentrum der saudi-arabischen Hauptstadt. Die US-Botschaft rief US-Bürger in Riad, Dschidda und Dharan auf, in geschlossenen Räumen zu verbleiben.
Auch die saudische Ölraffinerie Ras Tanura wurde von Drohnen attackiert. Ein Militärsprecher teilte in einem Bericht der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur mit, der Angriff auf die Raffinerie sei abgewehrt worden. Der Erdölkonzern Saudi Aramco stellte den Betrieb vorsorglich ein.
dpa/AP/AFP/jm/rct/nw/jmr
Source: welt.de