liveblog
Im Süden des Libanon sind nach Angaben der israelischen Armee vier Soldaten getötet worden. In Teilen Teherans ist nach Explosionen der Strom ausgefallen. Die Entwicklungen im Liveblog.
Nach dem Tod von drei Blauhelmsoldaten der UN-Mission Unifil im Südlibanon am Sonntag und Montag hat Indonesien die Einhaltung des humanitären Völkerrechts angemahnt. Die Sicherheit der Friedenstruppen müsse „oberste Priorität“ haben, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Jakarta, Rico Ricardo Sirait. „Alle Konfliktparteien werden dringend aufgefordert, das humanitäre Völkerrecht zu achten und die Sicherheit des Personals zur Friedenssicherung zu gewährleisten.“
Den zweiten Tag in Folge hat Irans Justiz zwei Dissidenten hinrichten lassen. Die beiden Männer Babak Alipur und Puja Ghobadi seien am frühen Morgen durch Erhängen exekutiert worden, teilte das Sprachrohr der iranischen Justiz, die Nachrichtenagentur Misan mit. Ihnen wurden Angriffe auf sensible Einrichtungen des Landes zur Last gelegt und sie sollen der im Iran verbotenen Oppositionsgruppe der Volksmuschahedin angehört haben.
In Polen gelten seit Dienstag von der Regierung täglich festgelegte Preisobergrenzen für Benzin und Diesel. Zudem wurde die Mehrwert- und Energiesteuer gesenkt, um den Verbrauchern Erleichterung zu schaffen. Nach Angaben des Energieministeriums darf der Liter Normalbenzin am Dienstag nicht mehr als 6,16 Zloty (umgerechnet etwa 1,44 Euro) kosten. Für den Liter Super liegt die Preisobergrenze demnach bei 6,76 Zloty (etwa 1,58 Euro), für Diesel bei 7,60 Zloty (etwa 1,77 Euro).
Die iranischen Angriffe auf die Golfstaaten zielen nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi ausschließlich auf das US-Militär ab. „Der Iran respektiert das Königreich Saudi-Arabien und betrachtet es als brüderliches Land“, schrieb Araghtschi auf X und teilte ein Foto, das angeblich Schäden an einem amerikanischen Flugzeug auf dem Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan im Königreich zeigt. „Unsere Einsätze richten sich gegen feindliche Aggressoren, die weder Arabern noch Iranern Respekt entgegenbringen und keine Sicherheit gewährleisten können“, so Araghtschi; es sei „höchste Zeit, die US-Truppen zu vertreiben“.
Ein von US-Präsident Donald Trump in den sozialen Medien geteiltes Video zeigt vermutlich einen Angriff etwas außerhalb der iranischen Stadt Isfahan. In dem Video, das Trump am frühen Dienstagmorgen ohne Kommentar teilte, ist ein scheinbar größerer Angriff zu sehen. Iran hat den Angriff bislang nicht offiziell bestätigt. Die belutschische Aktivistengruppe HalVash veröffentlichte dasselbe Video sowie weitere Aufnahmen aus dem Gebiet außerhalb von Isfahan. Tracking-Satelliten der US-Raumfahrtbehörde Nasa deuten darauf hin, dass sich die Explosionen in der Nähe des Berges Soffeh ereigneten – einem Gebiet, in dem militärische Stützpunkte vermutet werden.
Die Videos zeigen gewaltige Feuerbälle und Sekundärexplosionen, wie sie typisch sind, wenn Munition in einem Brand detoniert. Isfahan beherbergt eine von drei iranischen Urananreicherungsanlagen.
Bei Kämpfen im Süden des Libanon sind nach Angaben der israelischen Armee vier israelische Soldaten getötet worden. Die israelische Armee identifizierte in einer Erklärung drei Soldaten, die „im Kampf gefallen“ seien. Ein weiterer Soldat, dessen Name vorerst nicht veröffentlicht werden könne, sei bei demselben Vorfall ebenfalls getötet worden. Außerdem seien ein weiterer Soldat schwer verletzt und ein Reservist leicht verletzt worden. Der Libanon wurde Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen. Damals feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab.
In Teilen der iranischen Hauptstadt ist Staatsmedien zufolge nach Explosionen der Strom ausgefallen. „Stromausfälle in Teilen Teherans, nachdem mehrere Explosionen zu hören waren“, meldete die iranische staatliche Nachrichtenagentur Fars. Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, einige Bewohner im Osten Teherans seien ohne Strom, und die Behörden arbeiteten daran, die Versorgung wiederherzustellen.
US-Präsident Donald Trump ist einem Medienbericht zufolge bereit, die Militärkampagne gegen den Iran zu beenden – auch wenn die Straße von Hormus weitgehend geschlossen bleibt. Die komplexe Operation zur Wiedereröffnung der wichtigen Wasserstraße wolle er auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungskreise. Eine Bestätigung für den Zeitungsbericht gibt es nicht.
Iran setzt den Beschuss benachbarter Golfstaaten fort. Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien meldete in der Nacht wiederholte Angriffe mit ballistischen Raketen. Die Geschosse seien von der Luftabwehr abgefangen und zerstört worden.
Mehrere Golfstaaten wollen nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit der Ukraine zusammenarbeiten. Es gebe bereits „historische Vereinbarungen“ mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, sagte Selenskyj nach einer Reise in den Nahen Osten und die Golfregion in seiner abendlichen Videobotschaft. Außerdem arbeite die Ukraine mit Jordanien und Kuwait zusammen. Es gebe weitere Anfragen aus Bahrain und Oman.
Die Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion verteidigt, bietet seit dem Ausbruch des Iran-Krieges vor gut einem Monat den Staaten im Nahen Osten und den Golfmonarchien Hilfe bei der Abwehr von iranischen Drohnen an.
In dem Krieg Israels und der USA gegen Iran sind nach Auffassung des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu mehr als die Hälfte der Ziele erreicht worden. „Wir haben definitiv die Hälfte hinter uns“, sagte Netanjahu in einem Interview mit dem US-Sender Newsmax.
Netanjahu zeigte sich zuversichtlich, dass die iranische Führung fallen werde. „Ich denke, dieses Regime wird von innen heraus zusammenbrechen“, sagte er. „Wir schwächen ihre militärischen Fähigkeiten, wir schwächen ihre Raketenfähigkeiten, wir schwächen ihre atomaren Fähigkeiten und wir schwächen sie außerdem von innen.“ Einen Zeitplan für den Verlauf des Krieges nannte er nicht.
In Kairo gehen zur Hauptgeschäftszeit die Lichter aus. Die Vorschrift soll Energie sparen. Touristen sind ausgenommen, denn die will man nicht noch zusätzlich verschrecken. Nina Amin berichtet, wie Ägypten und Jordanien die indirekten Folgen des Iran-Kriegs zu spüren bekommen:
Ein Tanker ist im Persischen Golf unter Beschuss geraten. Wie die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt mitteilte, traf ein nicht näher beschriebenes Projektil das Schiff rund 57 Kilometer nordwestlich von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und löste einen Brand aus. Die Besatzung sei in Sicherheit, die Behörden ermittelten. Von wo und von wem das Geschoss abgefeuert wurde, ist noch unklar.
Source: tagesschau.de