Nach dem iranischen Drohnenangriff auf einen britischen
Militärstützpunkt auf Zypern hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dem EU-Land
Solidarität zugesichert. „Wer Zypern angreift, greift auch Europa an“, sagte
Macron nach einem Treffen mit Zyperns Präsident Nikos Christodoulidis und
Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis auf dem zyprischen Flughafen
von Paphos.
Frankreich habe bereits eine Fregatte und Luftabwehrsysteme
in die Region entsandt, sagte Macron. Auch der Flugzeugträger Charles de Gaulle
und seine Kampfgruppe befänden sich in der Nähe der Insel. Christodoulidis
sagte, für die schnelle Entsendung von Schiffen und Luftabwehrsystemen mehrerer
EU-Staaten sei das zyprische Volk dankbar.
In der Nacht zum 2. März hatte eine Drohne iranischer Bauart
den britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri nahe Limassol getroffen und
geringen Schaden angerichtet. Griechenland entsandte daraufhin vier
F-16-Kampfjets und zwei Fregatten nach Zypern. Auch Italien und Spanien
schickten Schiffe in die Region.
Mission in der Straße von Hormus
Macron kündigte bei dem Besuch eine internationale Mission
an, um die vom Iran gesperrte Straße von Hormus abzusichern. Diese werde
„rein defensiv sein“, sagte Macron. Gespräche darüber mit
europäischen und nichteuropäischen Partnern hätten bereits begonnen. Konkret
sei die Begleitung von Tankern und Containerschiffen „nach dem Ende der
heißen Phase des Konflikts“ im Iran geplant.
Die Wiederöffnung der Meerenge, die als Nadelöhr für den
Transport von Öl und Gas gilt, sei „von entscheidender Bedeutung für die
Weltwirtschaft“, sagte Macron. Der Präsident kündigte die Entsendung
zweier weiterer Fregatten in das Rote Meer an, wo seit 2024 ein EU-Einsatz die
Schifffahrt absichert. Damit habe Frankreich vor dem Hintergrund des
Iran-Kriegs insgesamt acht Fregatten, zwei Hubschrauberträger und den
Flugzeugträger Charles de Gaulle im Einsatz. „Diese
Mobilisierung unserer Marine ist beispiellos“, sagte Macron. Am
Nachmittag wollte er per Hubschrauber den Flugzeugträger besuchen, der derzeit in
der Nähe von Zypern fährt.
Zypern ist der EU-Staat, der der Krisenregion im Nahen Osten
geografisch am nächsten liegt. Die Insel im östlichen Mittelmeer liegt nur etwa
150 bis 250 Kilometer von Libanon und Israel entfernt.