Im Südosten Irans sind Einsatzkräfte Berichten zufolge gewaltsam gegen protestierende Menschen vorgegangen. In weiten Teilen der Großstadt Sahedan sollen nach dem Freitagsgebet Schüsse gefallen sein, berichteten Augenzeugen. Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt befürchteten viele Todesopfer. In sozialen Medien wurden Videos geteilt, die Gewalt zeigen. Ihre Echtheit konnte bisher nicht unabhängig überprüft werden.
Der Polizeichef Sahedans und ein Leiter einer Polizeistation waren zuvor entlassen worden. Medienberichten zufolge ist die Entlassung Ergebnis einer Untersuchung nach den Protesten vom 30. September in der Stadt. Damals hatten mehr als 150 Menschen nach dem Freitagsgebet eine Polizeistation gestürmt. Nach offiziellen Angaben wurden dabei 35 Zivilisten und sechs Einsatzkräfte getötet. Offiziell sprachen die Behörden von einem Angriff und bezeichneten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Proteste als „Terroristen“. Der Polizeichef habe den Angriff nicht verhindern können, lautete die Kritik.
Die ungewöhnliche Entlassung hatte jedoch auch Spekulationen ausgelöst, dass die Polizeiführung den harten Kurs abgelehnt haben könnte. Auch ein einflussreicher sunnitischer Geistlicher in Sahedan, Maulawi Abdulhamid, kritisierte jüngst den Kurs der politischen Führung in dem mehrheitlich schiitischen Land. Weitere örtliche Geistliche sollen sich seiner Kritik angeschlossen haben.
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