Iran bestätigt Tod von Sicherheitschef Laridschani

Stand: 18.03.2026 • 00:23 Uhr

Mit dem Sicherheitschef Ali Laridschani ist ein weiterer hoher Funktionär Irans bei einem Angriff getötet worden. Der 67-jährige Hardliner galt als zentraler Strippenzieher des iranischen Regimes.

Der Iran hat den Tod seines wichtigen Sicherheitschefs Ali Laridschani bestätigt. Eine entsprechende Erklärung wurde am Dienstagabend vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat des Iran veröffentlicht, dessen Chef Laridschani war.

Laridschani sei „nach einem lebenslangen Kampf für den Fortschritt Irans und der Islamischen Revolution“ zum „Märtyrer“ geworden, erklärte der Oberste Nationale Sicherheitsrat Irans. Auf dem ehemaligen X-Account des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es, „ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt.“ Mit ihm seien auch sein Sohn und seine Leibwächter gestorben.

Laridschani und der ebenfalls bei einem israelischen Luftangriff am Montag getötete Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim heute beigesetzt werden.

Die israelische Armee hatte bereits am Dienstagvormittag verkündet, dass Laridschani bei einem Luftangriff getötet worden sei.

Schwerster Schlag seit Tötung Chameneis

Rund zweieinhalb Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs bedeutet die Tötung des 67-Jährigen nach Ansicht von Experten den schwersten Schlag für die Führung in Teheran seit der Tötung des obersten Führers des Iran, Ali Chamenei, gleich am ersten Kriegstag.

Laridschani war zuletzt zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Vor allem in den vergangenen zwei Wochen sei er es gewesen, „der die Entscheidungen trifft und die Fäden zieht“, beschrieb ein israelischer Militärvertreter Laridschanis Rolle. Er habe auch die Angriffe gegen Israel sowie die Golfstaaten angeordnet.

Karriere bei der Revolutionsgarde

Wie viele heutige Politiker im Iran machte Laridschani zunächst Karriere bei der Revolutionsgarde. Er stieg bis zum Brigadegeneral auf, ehe er Anfang der 1990er-Jahre aus dem aktiven Dienst ausschied.

Laridschani verstand es, ideologische Loyalität mit pragmatischer Staatsführung in Einklang zu bringen. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung beim Militär, in den Medien und in der Politik soll er das Vertrauen von Ajatollah Ali Chamenei gewonnen haben. 2025, nach dem zwölf Tage andauernden Krieg mit Israel und den USA im Juni, wurde er zum Leiter des Obersten Nationalen Sicherheitsrats ernannt, der die Verteidigungsstrategie des Landes koordiniert und die Atompolitik beaufsichtigt.

Seit Beginn Krieges am 28. Februar hatte sich Laridschani mit martialischen Äußerungen in Richtung der Kriegsgegner Israel und USA hervorgetan. Er wolle den Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen, hatte Laridschani noch kurz vor seinem Tod angekündigt. Die USA hatten zuletzt eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar für Hinweise auf iranische Führungspersönlichkeiten angeboten, unter ihnen auch Laridschani.

Source: tagesschau.de