Seit die Coronapandemie die Welt erschütterte, hat diese nicht mehr zur alten Selbstsicherheit zurückgefunden. Das gilt auch für die einst so boomenden Privatmärkte. Was aber macht eine Branche, wenn es nicht läuft? Sie sucht sich irgendwann neue Erlösquellen.
Für die Privatmarktbranche lag der Weg zum Privatanleger nahe. Das Vertriebsargument schaute man sich von der Kryptobranche ab: Teilhabe und „Demokratisierung“. Klingt gut, aber warum sollte eine Branche aus reiner Herzensgüte teilen? Wahrscheinlicher ist doch, dass sie auf andere Weise das Beste will: das Geld der Anleger.
Steht der Privatmarkt-Kollaps mit Finanzkrise bevor?
Grund gibt es genug. Drei Billionen Dollar an schwer verkäuflichen Portfolio-Unternehmen sind ein gutes Argument, um mittels neuem Geld und Fonds faule Unternehmen und Kredite von links nach rechts zu schieben und Alt-Anleger zu befrieden.
Steht jetzt der Privatmarkt-Kollaps mit Finanzkrise bevor? Schwer zu sagen. Man sieht wohl das ein oder andere Feuer lodern, aber im Dickicht der diskreten Branche ist nicht auszumachen, ob bald der Wald brennt. Doch just diese Intransparenz ist ein Problem.
Man kennt es aus 2008: Die Idee, riskante Hypotheken investierbar zu machen, indem man sie stückchenweise in theoretisch risikoärmeren Strukturen bündelt, war im Prinzip richtig. Aber im Ernstfall weiß keiner mehr, wo es brennt. Und dann nehmen alle Reißaus. Hoffen wir, dass es also bei den kleinen Feuerchen bleibt.
Source: faz.net