#Interview
AVES Reality erzeugt aus Weltraumaufnahmen „digitale, dreidimensionale Replikas und Straßenkarten von ganzen Städten“. Matterwave Ventures, XISTA Science Ventures und investierten zuletzt 2,7 Millionen Euro in das Startup aus Garmisch-Partenkirchen.
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Das DeepTech-Startup Aves Reality aus Garmisch-Partenkirchen, 2022 von Florian Albert, Severin Knebel und Matthias Heger gegründet, entwickelt „KI-basierte 3D-Digitale Zwillinge“. Konkret geht es um „Computergrafik-Algorithmen, mit denen sich die reale Welt automatisch und hochpräzise in 3D rekonstruieren lässt“.
Der Münchner DeepTech-Investor Matterwave Ventures, XISTA Science Ventures, xdeck und Lightfield Equity sowie die Altinvestoren Bayern Kapital und Fraunhofer Technologie-Transfer Fonds (FTTF) investierten zuletzt 2,7 Millionen Euro in die Jungfirma.
Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründer Florian Albert einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei AVES Reality.
Wie würdest Du Deiner Großmutter AVES Reality erklären?
Wir erzeugen aus Weltraumaufnahmen digitale, dreidimensionale Replikas und Straßenkarten von ganzen Städten, um KI-gesteuerte Zukunftstechnologien wie beispielsweise selbstfahrende Autos in einer virtuellen, sicheren Umgebung zu simulieren und zu testen.
War dies von Anfang an Euer Konzept?
Ehrlich gesagt sind wir nach wie vor weitestgehend auf der selben Vision unterwegs, auch wenn sich über die Zeit der Fokus deutlich geschärft hat. Einen richtigen 180-Grad Pivot oder sowas hatten wir nicht.
Wie hat sich AVES Reality seit der Gründung entwickelt?
Ausgehend vom EXIST-Gründerstipendium in 2021/22 mit drei Gründern sind wir heute 12 Mitarbeitende verteilt in zwei Büros in Deutschland und Bulgarien. Kundennähe und zahlende Kunden waren für uns schon immer wichtig, daher hatten wir es direkt in 2022 geschafft erste Umsätze zu erzielen. Das letzte Jahr haben wir gerade mit einem hohen sechsstelligen Jahresumsatz abgeschlossen.
Zuletzt konntet Ihr Millionen einsammeln. Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?
Netzwerken, netzwerken, netzwerken. Ähnlich wie mit Kunden, ist auch die Kontaktpflege und der Netzwerkaufbau in die Investorenwelt seit Gründung ein zentrales Thema bei uns. Da nutzen wir ganz klassisch alles von den üblichen Businessplan-Wettbewerben am Anfang über Accelerator-Programme in den ersten Jahren bis hin zu Messen wie der Slush oder Vivatech heute, um unsere Kontakte ständig auszubauen.
Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Wir hatten natürlich immer wieder Themen die nicht so liefen wie geplant, wir haben aber jedes Mal versucht was draus zu lernen. Ein solches Thema war beispielsweise das ein oder andere Hiring, das einfach nicht ganz gepasst hat und wir lernen mussten auch wieder getrennte Wege zu gehen. Oder mal ein Rechenfehler im ersten Finanzmodell, der uns zwei Monate weniger Runway erst spät erkennen hat lassen. Existenzielle Fuck-Ups hatten wir bisher zum Glück keine.
Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Poah, das ist ein weiter Begriff. „Alles“ haben wir bestimmt noch nie richtig gemacht. Aber ich glaube wir haben bisher immer gut daran getan, Dinge aus unterschiedlichen Brillen zu betrachten und im Zweifel konstruktiv zu diskutieren und Planungen anzupassen anstatt stur weiter zu rennen.
Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer;innen mit auf den Weg?
Ohne dein Team wird es nichts, hab immer gute Leute um dich herum!
Wo steht AVES Reality in einem Jahr?
Ein Jahr näher an unserer Vision, die beste 3D digital twin platform für Physical AI Simulation zu bauen.
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Foto (oben): AVES Reality
Source: deutsche-startups.de