Wegen der steigenden Energiepreise durch den Iran-Krieg erwägt die Internationale Energieagentur, weitere Ölreserven freizugeben. IEA-Chef Birol warnt vor einer schweren Krise, die kein Land verschone.
Angesichts des Kriegs im Nahen Osten erwägt die Internationale Energieagentur (IEA), weitere Ölreserven freizugeben. Das sagte IEA-Chef Fatih Birol und warnte zugleich vor der womöglich schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten. Während der zwei aufeinanderfolgenden Ölkrisen in den 1970er-Jahren habe die Welt „jeweils etwa fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren“, sagte Birol bei einer TV-Debatte im australischen Sydney.
Zwei Ölkrisen und ein Gaskollaps in einem
„Bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, also mehr als zwei große Ölschocks zusammengenommen“, sagte er. Diesmal seien es „zwei Ölkrisen und ein Gaskollaps in einem“. Er sprach angesichts der Blockade der wichtigen Meerenge von Hormus von einer „großen Bedrohung“ für die Weltwirtschaft.
Kein Land werde verschont bleiben
„Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt“, sagte er in Sydney. Daher seien globale Anstrengungen erforderlich. „Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird.“
Als Reaktion auf die Preissteigerungen hatte die IEA bereits Mitte März beschlossen, 426 Millionen Barrel Öl ihrer Notvorräte freizugeben.
Source: tagesschau.de