Ein Bärendienst ist es, wenn man glaubt, einem Freund Gutes zu tun, ihm aber tatsächlich schwer schadet. So hat es in La Fontaines Fabel Meister Petz getan, der bloß eine Fliege von der Nase des Gärtners wischen wollte.
Die SPD hält nun dem CSU-geführten Innenministerium vor, der Wirtschaft einen „Bärendienst“ zu leisten, indem der Zugang zu Integrationskursen eingeschränkt wird.
Das ist ein schlauer Dreh. Wer in der Union will sich schon vorwerfen, der Wirtschaft in diesen Zeiten zu allem Überfluss noch die Pranke ins Gesicht zu schlagen?
Hier Asylrecht, dort Fachkräfteeinwanderung
Nur geht diese Argumentation, wie so oft beim Thema Migration, an der Sache vorbei. Wenn die SPD argumentiert, dass Deutschland angesichts des Fachkräftemangels Zuwanderung benötige, dann wird sie auch in der Union Zustimmung finden. Auch damit, dass diese Einwanderer mit den hiesigen Gegebenheiten vertraut gemacht werden müssten.
Aber bei den Einschränkungen, über die das Bundesamt für Migration jetzt die Träger dieser Kurse informiert hat, geht es genau nicht um solche Leute, bei denen klar ist, dass sie dauerhaft im Land bleiben.
Die unter der Ampel ausgeweiteten Integrationskurse haben die Botschaft vermittelt, wer erst mal da ist, bleibt da, egal, wie er gekommen ist. Das ist eines der Signale, die zu irregulärer Einwanderung über das Asylrecht ermuntern. Die muss von einer gezielten Einwanderung in den Arbeitsmarkt getrennt werden.
Source: faz.net