Der durch den Nahost-Krieg
ausgelöste Preisschock bei Energie wird einer Studie zufolge die
Inflationsrate in Deutschland erhöhen. Die Rate dürfte im ersten
Halbjahr deutlich über der Marke von 2,5 Prozent liegen, heißt es in der veröffentlichten Prognose des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und
Konjunkturforschung (IMK) der
gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung.
Im Januar waren die
Verbraucherpreise um 2,1 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen,
im Februar um 1,9 Prozent. Energie war für Haushalte in dem Monat sogar um 1,9
Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Doch der Krieg im Nahen Osten ließ die Preise für
Öl und Gas wieder schnell ansteigen. Sollte der Krieg nur wenige Monate andauern, könnten die Auswirkungen des Energiepreisschubs auf die Inflation nach
Einschätzung des IMK insgesamt aber begrenzt bleiben.
Vor allem Familien mit niedrigem Einkommen belastet
„Zwar wird die Inflation kurzfristig deutlich
über zwei Prozent steigen, im kommenden Jahr aufgrund von Basiseffekten jedoch
deutlich darunter liegen“, sagte IMK-Expertin Silke Tober. Der Iran ist seit Jahren mit Sanktionen belegt
und spielt für die Energieversorgung Deutschlands nur eine untergeordnete
Rolle. Daher sei der dauerhafte Effekt in diesem Fall gering.
Besonders Alleinerziehende und Paarfamilien mit
niedrigen und mittleren Einkommen könnten durch den Ölpreisanstieg etwas
stärker belastet werden als Alleinlebende und als Familien mit hohen
Einkommen, hieß es in der Prognose weiter. Für sie könnten gemessen an ihren sonstigen Ausgaben höhere
Preise für Kraftstoffe mehr ins Gewicht fallen.
Laut der Studie sollte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen wegen des Energiepreisschubs vorerst nicht erhöhen. Dieser belaste die europäische Wirtschaft zusätzlich. Eine Zinserhöhung würde die Konjunktur zusätzlich bremsen, sagte Tober.