„Inside America“-Newsletter: Sie waren Eltern und Studenten. Jetzt sind sie tot – und Trumps größtes Problem

Eigentlich galten Masern in den USA als besiegt. Die Viren sind hochansteckend, die Krankheit ist schlimmer als Corona oder Grippe, kann besonders für Kinder lebensbedrohlich werden. Das US-Impfprogramm galt über Jahrzehnte weltweit als vorbildlich. Aber in den vergangenen Jahren sind Anti-Impf-Aktivisten immer mächtiger geworden.

Eine von ihnen ist Rebecca Hardy. Ich habe sie jetzt in einem Café in der Nähe von Dallas getroffen. Die Wände dort waren verziert mit Zitaten aus der Bibel. An der Geschirrrückgabe stand eine kleine Jesus-Statue. Die solle die Gäste segnen, sagte mir die Kellnerin. 

Hardy erzählte, dass sie sich lange nicht für Politik interessiert habe. „Jetzt bin ich aber auf einer Mission“, sagte sie. Hardy ist Mitbegründerin der Organisation „Texans for Vaccine Choice“. Das klingt harmlos, aber ihr ist die persönliche Freiheit, etwas nicht zu tun, wichtiger als die Gesundheit anderer. „Es soll allein meine Entscheidung sein, mich impfen zu lassen oder nicht. Die Regierung soll mich nicht zwingen dürfen“, sagte sie.

  

Weil inzwischen immer mehr in den USA so denken, ist die Impfrate bei Masern in den USA in vielen Regionen unter 95 Prozent gesunken. Die sogenannte Herdenimmunität ist damit verloren gegangen. Eine besiegte Krankheit feiert ihr Comeback.

Der Frage, ob sie nicht fürchte, dass sich bald andere Krankheiten wie Keuchhusten oder Röteln ebenfalls wieder ausbreiten könnten, weicht Rebecca Hardy aus. Stattdessen antwortet sie: „Wir haben eine historische Gelegenheit, mit RFK regiert endlich wieder die Vernunft.“ 

„Vernunft“ – ich würde es anders beschreiben: der größte gesundheitspolitische Irrsinn, den die Welt seit Langem gesehen hat.

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Alexandra Kraft
aus Phoenix, Arizona

Source: stern.de