Innenstadt im Umbau: Decathlon zieht in ehemalige Galeria-Filiale in Hanau

Decathlon wird nach Angaben der Stadt die gesamte Fläche des Untergeschosses des Stadthofs Hanau nutzen.

Der Sportartikelfilialist Decathlon übernimmt 3000m² in einem denkmalgeschützten Gebäude im Herzen von Hanau. Die Pläne der Stadt für die Zukunft des Areals sind damit einen großen Schritt weiter.

Die Stadt Hanau ist bei der neuen Nutzung der ehemaligen Galeria-Kaufhof-Filiale einen wichtigen Schritt vorangekommen: Der französische Sportartikelhändler Decathlon wird voraussichtlich 2027 in das Untergeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes Stadthof Hanau einziehen, wie die Stadtverwaltung mitteilt.
„Decathlon wird ein neuer Magnet und Frequenzbringer für unsere Innenstadt“, erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Der Magistrat stimmte den dafür notwendigen Baumaßnahmen diese Woche zu. Die entsprechenden Gelder sollen am 9. Februar von der Stadtverordnetenversammlung freigegeben werden.

Mix aus Handel, Gastro, Freizeit und Kultur

Die Stadt hatte die Immobilie vor knapp drei Jahren für 25 Mio. Euro gekauft, nachdem der Warenhauskonzern die Schließung der Filiale angekündigt hatte. Mit diesem Schritt sollte ein längerer Leerstand am Marktplatz verhindert werden.

Für die Weiterentwicklung des Areals sind zusätzliche Investitionen von insgesamt etwa 40 Mio. Euro eingeplant. Das Konzept des Stadthofs sieht eine Mischung aus Läden, Gastronomie, Freizeit-, Kultur- und Bildungseinrichtungen vor.

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Decathlon wird nach Angaben der Stadt die gesamte Fläche des Untergeschosses nutzen und auf rund 3000m² Verkaufsfläche Sportartikel anbieten. Ein neuer Zugang soll das Gebäude weiter öffnen und für eine direkte Verbindung von Marktplatz und Stadthof sorgen.

Im März 2023 gab Galeria Kaufhof die Schließung der Hanauer Filiale im heutigen Stadthof Hanau bekannt.

Die langfristige Vermietung des Untergeschosses für mindestens neun Jahre gibt der Stadt Hanau nach Worten Kaminskys Planungssicherheit und Stabilität, um die Ziele des Stadthofs und der Innenstadt weiter voranzubringen. Das Stadthof-Projekt ist über die Grenzen von Hanau hinaus auf Interesse gestoßen, da sich viele Kommunen mit einer drohenden Verödung der Innenstädte konfrontiert sehen.

Derzeit ist Decathlon unter anderem mit drei Läden in Frankfurt sowie je einem Geschäft in Weiterstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) und in Dreieich (Kreis Offenbach) im Rhein-Main-Gebiet vertreten. Aktuell gibt es nach Angaben von Deutschland-Chef Arnaud Sauret 105 Filialen in Deutschland. Ziel sei es, diese Zahl bis 2027 auf mindestens 150 zu erhöhen, heißt es in einer Mitteilung.

Entkernung und Sanierung

Vor dem für Mitte 2027 angepeilten Einzug von Decathlon soll die gesamte Fläche des Untergeschosses entkernt und saniert werden. Eine neue Technikzentrale soll zunächst das Untergeschoss versorgen. Die kalkulierten Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich nach Angaben der Stadt auf rund 20 Mio. Euro. Wann die oberen Geschosse saniert werden, ist noch offen.

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Für die Nutzung des Untergeschosses war unter anderem auch eine Erweiterung des Parkhauses unter dem angrenzenden Marktplatz oder eine Nutzung als Club im Gespräch. Die Vermietung an Decathlon stellt für Hanau nun eine wirtschaftlich attraktivere Variante dar.

Der Stadthof Hanau

Im März 2023 gab Galeria Kaufhof die Schließung der Hanauer Filiale bekannt. Noch am selben Tag erklärte die Stadt, dass sie das 1957 erbaute Haus im Herzen der Brüder-Grimm-Stadt kaufen wolle. Nach einstimmigem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Oktober 2023 erfolgte im März 2024 die Übernahme des Gebäudes durch die Stadt. Nur ein Jahr später wurde das nun als Stadthof Hanau bekannte Gebäude eröffnet.

Im Erdgeschoss umrahmen Shops – auch aus dem Bereich Mode – die sogenannte Agora, eine multifunktionale Fläche, die beispielsweise als Treffpunkt oder Veranstaltungsort dient. Das erste Obergeschoss bietet Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen. Perspektivisch soll das zweite Stockwerk zur „Bildungsetage“ umgebaut werden. Im dritten Obergeschoss soll es künftig – neben städtischen Einrichtungen – ein gastronomisches Angebot geben.

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