Philippe Lazzarini, der Generalkommissar des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge UNRWA, spricht über die Anschuldigungen der israelischen Regierung, hungernde Kinder und den Zynismus der Blockadepolitik
Vertriebene Menschen vor ihrem Zelt in einem Hilfslager in Gaza-Stadt, März 2025
Foto: Imago/NurPhoto; Imago/IPON (unten)
Seit Oktober 2023 steht UNRWA, das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge, massiv unter Druck: Israel beschuldigt die Organisation der Komplizenschaft mit der Hamas, UNRWA-Hilfsgüter werden blockiert, Einrichtungen in Gaza bombardiert. Über 300 UNRWA-Mitarbeiter in Gaza wurden von Israel getötet. UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini besuchte unlängst Deutschland. Im Interview sprach er über die Realität vor Ort Gaza, die sogenannte „Gaza Humanitarian Foundation“ – und warum die Zukunft eines palästinensischen Staates auch in deutschen Händen liegt.
der Freitag: Herr Lazzarini, Sie sind Generalkommissar von UNRWA – einer Organisation, die seit Jahren unter enormem politischen Druck steht. Israel wirft