Der Schauspieler Robert Duvall ist tot. Wie seine Frau am Montag mitteilte, starb er am Sonntag im Alter von 95 Jahren. „Gestern haben wir von meinem geliebten Ehemann, geschätzten Freund und einem der größten Schauspieler unserer Zeit Abschied genommen“, erklärte Luciana Duvall. Ihr Mann sei „friedlich zu Hause eingeschlafen“.
Duvall hat das Kino über mehrere Jahrzehnte hinweg geprägt. In Francis Ford Coppolas „Der Pate“ (1972) spielte er den Consigliere Tom Hagen, was ihm eine Oscar-Nominierung (bester Nebendarsteller) einbrachte. Auch für seine Rollen in Coppolas „Apocalypse Now“ (1979) und Lewis John Carlinos „Der große Santini“ (1979) erhielt er Oscar-Nominierungen. 1984 schließlich wurde er für seine Rolle als abgehalfteter und alkoholsüchtiger Country-Sänger in Bruce Beresfords „Comeback der Liebe“ mit dem Academy Award als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.
Mit Preisen wie dem Emmy oder dem Golden Globe wurde Duvall ebenfalls bedacht. 1997 wurde er von der American Society of Cinematographers für sein Lebenswerk geehrt, sechs Jahre später bekam er einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. Seit den Sechzigerjahren hatte er mehr als 130 Film- und Fernsehauftritte. Noch in hohem Alter stand er vor der Kamera.
Robert Duvall wurde 1931 im kalifornischen San Diego geboren. Sein Vater war Admiral der United States Navy, seine Mutter eine Amateurschauspielerin. Nach der Schule und dem Militärdient zog er nach New York, um dort Schauspiel zu studieren. Zu seinen Klassenkameraden zählten Gene Hackman und James Caan. Mit Ersterem und Dustin Hoffman teilte er sich eine Wohnung. Alle drei gehören zu den wichtigsten Schauspielern des New Hollywood. Duvall arbeitete in New York unter anderem am Broadway, er trat früh in Fernsehserien auf und war 1962 neben Gregory Peck in Robert Mulligans „Wer die Nachtigall stört“ zu sehen.
Im Laufe seiner langen Karriere spielte er zahlreiche Haupt- wie Nebenrollen und arbeitete zudem als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. In den Neunzigerjahren verkörperte Duvall immer wieder historische Personen, etwa 1992 in Ivan Passers „Stalin“ oder 1996 in „Der Mann, der Eichmann jagte“ von William A. Graham. Zuletzt war er in Filmen wie „Der denkwürdige Fall des Mr Poe“ (Scott Cooper, 2022), „12 Mighty Orphans“ (Ty Roberts, 2021) und „Widows – Tödliche Witwen“ (Steve McQueen, 2018) zu sehen.
Man frage ihn immer wieder nach seiner Lieblingsrolle, schrieb Duvall im vergangenen Mai auf Facebook. In einem Video sagte er, sein Favorit sei der Ranger Augustus McCrae aus der Serie „Weg in die Wildnis“ gewesen. Für die Show standen neben ihm auch Diane Lane, Tommy Lee Jones und Anjelica Huston vor der Kamera.
Source: faz.net