Ifo-Institut: Geschäftsklima in Deutschland hellt sich hinauf

Die deutschen Unternehmen haben die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung noch nicht abgeschrieben. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts in München stieg im Oktober von 87,7 auf 88,4 Punkte. Ausschlaggebend dafür waren bessere Erwartungen der befragten rund 9000 Unternehmen. Die deutliche Eintrübung des Geschäftsklimas noch im September hat sich damit zumindest vorerst als Ausreißer erwiesen. „Die deutsche Wirtschaft hofft weiter auf eine Belebung der Konjunktur im kommenden Jahr”, kommentierte Clemens Fuest, der Präsident des Ifo-Instituts.

Den besseren Erwartungen steht entgegen, dass die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage abermals schlechter einschätzten als zuvor. Der entsprechende Teilindex sank von 85,7 auf 85,3 Punkte. Niedriger lag er zuletzt im Februar dieses Jahres.

Ifo-Index deutet noch immer auf Rezession hin

Der Trend des Geschäftsklimas weise weiter nach oben, sagte Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank. Von Beginn des kommenden Jahres an dürfte das Fiskalpaket die Konjunktur anschieben. Die deutsche Wirtschaft könnte das Schlimmste hinter sich haben, kommentierten die Ökonomen von Capital Economics die Aufhellung des Geschäftsklima. Sie betonten indes, dass die wirtschaftliche Lage derzeit schwer einzuschätzen sei. Der Info-Index liege trotz der Aufhellung nach wie vor auf einem Niveau, das auf eine Rezession hindeute. Eine andere Stimmungsumfrage unter Unternehmen, die von S&P Global erhobenen Einkaufsmanagerindizes, hatte sich demgegenüber zuletzt verbessert und deutet auf ein Wirtschaftswachstum von etwa 0,5 Prozent im Quartalsvergleich hin. Ein Index der wirtschaftlichen Aktivität der Deutschen Bundesbank weise demgegenüber unverändert Stagnation aus, erklärte Capital Economics.

Am Donnerstag wird das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal, also im Zeitraum von Juli bis September, vorlegen. Die Deutsche Bundesbank erwartet bestenfalls eine Stagnation. Viele Volkswirte von privaten Banken rechnen in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg mit einer Stagnation oder einem kleinen Plus. Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaftsleistung geschrumpft.

Mit Ausnahme des Bauhauptgewerbes verbesserte sich das Ifo-Geschäftsklima im Oktober in den wichtigsten Wirtschaftsbereichen. Dienstleister und Handelsunternehmen blickten weniger pessimistisch in die Zukunft. Im aus konjunktureller Sicht wichtigen verarbeitenden Gewerbe hellten sich die Erwartungen deutlich auf, während die Unternehmen mit den laufenden Geschäften weniger zufrieden waren. Der Rückgang bei den Neuaufträgen sei zum Stillstand gekommen, erklärte Fuest. Die Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe sei um einen Prozentpunkt auf 78,2 Prozent gestiegen. Damit liegt sie weiter deutlich unter dem langfristigen Mittelwert. Auch das verdeutlicht, dass die Verbesserung des Geschäftsklimas sich bislang vor allem auf die Erwartungen stützt.

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