Zum Jahresanfang bleibt die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen gedämpft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verharrte im Januar auf dem Vormonatswert von 87,6 Punkten, wie das Münchner Institut auf Basis seiner Umfrage unter etwa 9.000 Führungskräften mitteilte. „Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr“ sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.
Die Firmen blickten laut der Befragung etwas weniger skeptisch auf ihre Lage als zuletzt, bewerteten ihre Aussichten dafür aber ungünstiger.
Die Erwartungen der Unternehmer decken sich mit den Einschätzungen der Bundesbank. Demnach ist die Wirtschaft mit wenig Dynamik ins Jahr gestartet und dürfte von Januar bis März nur verhalten zulegen. Wie aus dem jüngsten Monatsbericht der Zentralbank hervorgeht, dürfte die Lockerung der Fiskalpolitik im weiteren Jahresverlauf aber voraussichtlich für stärkeren Auftrieb sorgen.
Ökonomen erwarten ein Prozent Wirtschaftswachstum
Ökonomen trauen der Wirtschaft im aktuellen Jahr rund ein Prozent Wachstum zu, vor allem wegen der staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Allerdings bremsen die US-Zölle und die bröckelnde Wettbewerbsposition im internationalen Konkurrenzkampf die deutsche Industrie.
Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, zeigte sich enttäuscht angesichts des Ifo-Geschäftsklimaindexes. „Nach zwei Rückgängen in Folge hatten die meisten Volkswirte für Januar mit einer Erholung des Ifo-Geschäftsklimas gerechnet“, sagte Krämer der Nachrichtenagentur Reuters. „Dass diese ausblieb, ist eine Enttäuschung.“ Anders als in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres weise der Trend zudem nicht mehr nach oben. Krämer führte dies auf das Ausbleiben breit basierter Reformen zurück. „Das Fiskalpaket der Bundesregierung fällt deshalb nicht auf fruchtbaren Boden. Die Wirtschaft dürfte sich in diesem Jahr nur zögerlich erholen.“