Das Katz und Maus Spiel zwischen Banksy und seinen Jägern scheint sein Ende gefunden zu haben. Der Erkenntnisgewinn ist aber trotzdem gering.
Banksy ist enttarnt – schon wieder, könnte man sagen. Seit Jahrzehnten versuchen Journalisten an der Maske des Street Art Künstlers zu zerren, dessen politisch engagierte Bilder weltbekannt sind, der aber seit Jahrzehnten unter dem Deckmantel der Anonymität arbeiten konnte.
Immer wieder geisterten Verdachtsmomente und angebliche Enttarnungen durch die Presse: So stand Robert Del Naja, Frontman der britischen Band Massive Attack lange unter Verdacht, das Steet Art Phantom zu sein. Auch der französische Sprayer Thierry Guetta, bekannt aus Banskys Dokumentation „Exit Through the Gift Shop“, galt als Kandidat.
Banksy kommt wohl aus Bristol
Die beiden sind nun offenbar aber von der Liste gestrichen: Eine groß angelegte Recherche dreier Reuters-Journalisten soll jetzt handfeste Beweise dafür gefunden haben, dass sich hinter dem Pseudonym ein Robin Gunningham verbergen soll. Der 1973 in Bristol geborene Mann wurde bereits 2008 von der Mail on Sunday als heißer Tipp ins Spiel gebracht – damals allerdings ohne entscheidende Beweise. So einen soll jetzt ausgerechnet Banksys langjähriger Manager und Galerist, Steve Lazarides gegeben haben. In seinem Buch „Banksy Captured“ erzählte von der Verhaftung Banksys während einer Spray-Aktion auf dem Dach eines Hotels in New York, für die er wegen einer Ordnungswidrigkeit verurteilt wurde.
In den dazu passenden Gerichtsakten aus dem Jahr 2000 fanden die Journalisten tatsächlich ein handschriftliches Geständnis eines „Robert Gunningham“ Als dieselbe Person 2022 auch in Einreisedaten für die Ukraine auftauchte, kurz bevor dort ein neues Banksy-Werk auf einem zerbombten Haus auftauchte, war der Fall für die Journalisten geklärt. Brisantes Detail: Robin Gunningham änderte im Jahr 2008, wohl nach der Recherche der Mail on Sunday, seinen Namen. Auch deshalb konnte er weiter anonym arbeiten.
Studio und Künstler äußerten sich bisher nicht
Banksy und sein Studio Pest Control Office wollte sich zu den Recherchen nicht äußern und bestätigten die angebliche Identität nicht. So oder so aber liest sich die Reuters-Geschichte wie ein Krimi mit eher enttäuschendem Ende. Schließlich beinhaltet die Meldung, dass hinter dem größten Mysterium der Kunstwelt ein unauffällig lebender Brite mit Allerweltsnamen steckt, recht geringen Erkenntnisgewinn. Vor allem, wenn man bedenkt, dass durch die Recherche seine zukünftige Arbeit wohl erschwert oder verunmöglicht wird.
Source: stern.de