Der bisherige Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat seine Niederlage bei der Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause eingestanden. „Ich habe es verbockt“, sagte er am Wahlabend. Reiter gratulierte Krause zum Sieg und erklärte seine politische Laufbahn für beendet. Nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen in der bayerischen Landeshauptstadt lag Krause mit gut 58 Prozent deutlich vor Reiter.
Die Wahl war so spannend wie seit Jahrzehnten nicht mehr in München. Lange hatte Amtsinhaber Reiter als unangefochtener Favorit gegolten. Doch dann wurde bekannt, dass er schon seit Jahren Geld vom FC Bayern München für einen Posten in dessen Verwaltungsbeirat bekommen hatte und sich dies nicht – wie er es hätte tun müssen – vom Stadtrat genehmigen ließ. Vor allem wegen seines Umgangs damit stand Reiter massiv in der Kritik.
Nach großem öffentlichem Druck gestand er Fehler ein und trat vom Posten des Verwaltungsbeirates und auch von dem des Aufsichtsrates, den er gerade erst übernommen hatte, zurück.
Im ersten Wahlgang am 8. März hatte er zwar mit 35,6 Prozent vor Krause mit 29,5 Prozent gelegen. Im Vergleich zu 2020 war das aber ein Minus von mehr als zwölf Prozentpunkten für Reiter. Und dass Reiter überhaupt noch vor Krause gelegen hatte, war vor allem auf die Briefwähler zurückzuführen, von denen ein Großteil noch vor Bekanntwerden der Affäre abgestimmt hatte. Nach den nur am Wahltag selbst abgegebenen Stimmen lag Krause vor Reiter.
Source: welt.de