„Ich habe es satt“ – Starmer kritisiert Trump wegen steigender Energiepreise

Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nahmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockierten weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Nun einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

08:12 Uhr – Starmer mit deutlicher Kritik an Trump

Der britische Premierminister Keir Starmer hat deutliche Kritik an Donald Trump geäußert. Im Podcast „Talking Politics“ des britischen TV-Senders ITV sagte er: „Ich habe es satt, dass wegen der Handlungen von Putin oder Trump Familien im ganzen Land ihre Rechnungen für Energie steigen und fallen sehen und dass auch die Rechnungen von Unternehmen bei Energie steigen und fallen.“

Dass Trump in dieser Woche angedroht hatte, die „Zivilisation“ im Iran zu zerstören, falls das Land nicht die Straße von Hormus öffne, kritisierte Starmer nur vorsichtig. Es sei „nicht die Sprache, die ich nutzen würde“, erklärte er.

06:12 Uhr – Australien schließt offensive militärische Rolle im Iran-Krieg aus

Australien will im Iran-Krieg keine offensive militärische Rolle einnehmen. Australiens Vize-Premier Richard Marles lehnte Forderungen des früheren Regierungschefs Tony Abbott ab, der darauf gedrängt hatte, dass sich die australische Luftwaffe maßgeblich am Iran-Krieg beteiligen solle. Abbott schrieb am Freitag in einem Meinungsbeitrag, Australien hätte den US-Luftstreitkräften Unterstützung anbieten sollen, etwa durch den Einsatz australischer Kampfflugzeuge.

Marles, der auch Verteidigungsminister ist und den im Ausland befindlichen Premierminister Anthony Albanese vertritt, sagte, Australien habe ein Aufklärungsflugzeug in die Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, sei aber „nicht Teil dieses Konflikts gegen den Iran“. Man werde im nationalen Interesse handeln und sei anderer Ansicht als Abbott, sagte Marles dem australischen Rundfunk ABC.

04:12 Uhr – Ölproduktion in Saudi-Arabien sinkt nach Angriffen um 600.000 Barrel

Nach jüngsten Angriffen auf Produktionsstätten, Raffinerien und Pipelines ist Saudi-Arabiens Produktionskapazität für Erdöl um rund 600.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag gefallen. Zudem sei die Kapazität der wichtigen Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der Straße von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, um 700.000 Barrel pro Tag zurückgegangen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium.

Der Grund sei ein Angriff auf eine Pumpstation der Pipeline. Durch die rund 1200 Kilometer lange Röhre können im Normalfall Medienberichten zufolge etwa 5 bis 7 Millionen Barrel pro Tag fließen. Mit einer täglichen Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel pro Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt.

03:30 Uhr – Militär: Hisbollah feuert Rakete auf Israel ab – Sirenen in Tel Aviv

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben am frühen Freitagmorgen eine Rakete auf Israel ​abgefeuert und damit in Teilen des Landes Luftalarm ausgelöst. Davon sei auch ⁠Tel Aviv betroffen gewesen. Das Geschoss ist laut Berichten der Zeitung „Times of Israel“ aber abgefangen worden. Die Hisbollah teilte mit, sie habe am späten Donnerstagabend militärische Infrastruktur in der nordisraelischen Stadt Haifa ins Visier genommen. Ob es sich dabei um ⁠denselben Angriff ​handelte, blieb ‌zunächst unklar. Das israelische Militär erklärte, es habe am Abend rund zehn Abschussrampen der Hisbollah angegriffen, von denen aus Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden seien.

03:10 Uhr – Kuwait wirft Iran und seinen Stellvertretern Angriffe vor

Kuwait hat dem Iran und seinen Stellvertretern vorgeworfen, am Donnerstag trotz der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg Drohnenangriffe auf das Land durchgeführt zu haben. Saudi-Arabien teilte unterdessen mit, dass bei jüngsten Angriffen eine wichtige Pipeline im Königreich beschädigt worden sei. Die Mitteilung des kuwaitischen Außenministeriums, die von der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna verbreitet wurde, erhöht den Druck vor den für Samstag geplanten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

Das kuwaitische Außenministerium erklärte, die Drohnenangriffe in der Nacht zum Donnerstag hätten „einige lebenswichtige kuwaitische Einrichtungen“ zum Ziel gehabt.

03:03 Uhr – Militär: Israel greift Stellungen der Hisbollah im Libanon an

Israel hat nach Angaben des Militärs mehrere Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Ziel der Angriffe seien etwa zehn Abschussrampen gewesen, von denen am Donnerstag Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden seien. Man arbeite daran, weitere zu lokalisieren und zu zerstören, teilte die Armee mit.

Im Laufe des Donnerstags wurde in Israel wiederholt Luftalarm ausgelöst – unter anderem in Tel Aviv. Die israelische Metropole war während des Iran-Kriegs täglich mehrfach Ziel von Angriffen, meist durch iranische Raketenbeschüsse.

02:56 Uhr – US-Regierung bestellt wegen Angriffen pro-iranischer Gruppen Iraks Botschafter ein

Das US-Außenministerium hat wegen Angriffen pro-iranischer Gruppen auf US-Interessen im Irak den irakischen Botschafter einbestellt. Washington werde diese Angriffe „nicht tolerieren“ und erwarte von der irakischen Regierung, dass sie „unverzüglich alle Maßnahmen ergreift, um die mit dem Iran verbündeten Milizen im Irak zu zerschlagen“, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, am Donnerstag. Vizeaußenminister Christopher Landau habe den irakischen Botschafter Nasar al-Chirullah einbestellt, fügte Pigott hinzu.

Landau habe al-Chirullah gegenüber die „entschiedene Verurteilung“ der Angriffe zum Ausdruck gebracht, „einschließlich des Hinterhalts gegen US-Diplomaten in Bagdad am 8. April“, erklärte Pigott, ohne Details zu dem mutmaßlichen Hinterhalt zu nennen. „Bei aller Anerkennung der Bemühungen der irakischen Sicherheitskräfte, auf diese Terrorangriffe zu reagieren“, habe Landau „das Versagen der irakischen Regierung“ betont, diese Angriffe zu verhindern, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums weiter. Er fügte hinzu, dass die Beziehungen zwischen den USA und dem Irak darunter litten, dass „einige mit der irakischen Regierung verbundene Elemente weiterhin aktiv politischen, finanziellen und operativen Schutz für die Milizen bieten“.

02:23 Uhr – Früherer iranischer Außenminister Charrasi nach Luftangriff gestorben

Der frühere iranische Außenminister Kamal Charrasi ist nach Verletzungen infolge eines Luftangriffs gestorben. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen am späten Donnerstagabend. Er sei vor einigen Tagen bei einem Luftangriff verwundet worden. Charrasi war Außenminister unter dem reformorientierten iranischen Präsidenten Mohammed Chatami und später außenpolitischer Berater des gestorbenen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei.

Im Jahr 2022 sagte er dem Nachrichtensender Al Jazeera, Teheran verfüge über „die technischen Mittel zur Herstellung einer Atombombe, aber es gebe keine Entscheidung des Iran, eine zu bauen“, was international Besorgnis über die Absichten Teherans auslöste.

01:50 Uhr – Kuwait verurteilt Drohnenangriffe, Iran weist Beteiligung zurück

Kuwait ​verurteilt nach Angaben des Außenministeriums Drohnenangriffe des Iran und seiner Verbündeten auf wichtige Einrichtungen des Landes. Die Vorfälle seien eine Verletzung ⁠der Souveränität und des Luftraums, teilt das Ministerium mit. Die staatliche Nachrichtenagentur meldet einen Drohnenangriff auf einen Standort der Nationalgarde. Dabei sei erheblicher Sachschaden entstanden, Verletzte gebe es nicht. Die iranischen Revolutionsgarden weisen in staatlichen Medien zurück, während der geltenden Waffenruhe Angriffe auf Golfstaaten verübt zu haben. Kuwait erklärt, die Angriffe untergrüben die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen den ⁠USA und dem ​Iran.

01:18 Uhr – Trump zu Konflikt um Straße von Hormus: Iran handelt „unehrenhaft“

US-Präsident Donald Trump hat Zweifel an der Waffenruhe im Iran-Krieg geäußert. „Der Iran macht einen sehr schlechten Job – manche würden sagen, einen unehrenhaften –, wenn es darum geht, Öl durch die Straße von Hormus passieren zu lassen“, schrieb er am Donnerstagabend auf seiner Plattform Truth Social. „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir haben!“

Der Beitrag folgte auf einen früheren Post Trumps, in dem es hieß: „Es gibt Berichte, dass der Iran Gebühren von Tankern verlangt, die durch die Straße von Hormus fahren – das sollten sie besser nicht tun, und wenn doch, sollten sie sofort damit aufhören!“

Die Wiederöffnung der Meerenge ist Teil der Einigung auf eine Waffenruhe. Das Weiße Haus erklärte jedoch, Trump lehne es ab, dass das iranische Militär, das die Wasserstraße weiterhin kontrolliert, Gebühren für durchfahrende Schiffe erhebt.

00:25 Uhr – Großbritannien verurteilt iranische Angriffe auf Golfstaaten

Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt bei Treffen mit den Staatschefs von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) die iranischen Angriffe auf ⁠die ​Länder. Bei ‌einem Gespräch mit dem Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, in Abu Dhabi seien sich beide einig, dass die iranischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur in der Region ‌nicht zu rechtfertigen seien, ⁠teilt der ​Regierungssitz Downing Street mit. Zudem erörterten sie ⁠die Lage in der Straße von Hormus und die Notwendigkeit, den freien Warenverkehr zur ‌Unterstützung der ⁠globalen ‌Lieferketten wiederherzustellen. ​Starmer sprach ⁠den Angaben ​zufolge auch mit dem König von ‌Bahrain, ​Hamad bin Isa al-Chalifa.

Source: welt.de

BenjaminDonald (geb.1946)Friedrich (CDU)HisbollahIrakIranKuwaitLibanonLivetickerMerzNetanjahuNewsteamße von HormusStraTrumpUSAWaffenstillstand (ks)