„Ich bin vielleicht falsch in meinem Land“ – Ex-AfD-Chef Meuthen verlässt unwiderruflich die Politik

Bei der Wahl in Baden-Württemberg trat Jörg Meuthen für die Werteunion an – und bekam nur 0,2 Prozent der Stimmen. Jetzt verlässt der frühere AfD-Chef endgültig die Politik. Mit seinen Überzeugungen fühlt er sich „falsch in meinem Land“.

Der frühere AfD-Chef und heutige Politiker der Kleinpartei Werteunion, Jörg Meuthen, tritt von allen Ämtern zurück. Das erklärte Meuthen gegenüber der „Bild“-Zeitung. Er ziehe damit Konsequenzen aus der Landtagswahl in Baden-Württemberg, bei der er als Spitzenkandidat seiner Partei angetreten war. Die Werteunion kam nur auf 0,2 Prozent der Stimmen. „Dieses Wahlergebnis war eine wirklich heftige Enttäuschung“, sagte Meuthen der „Bild“.

Er habe selbst nicht geglaubt, dass die Werteunion über die Fünf-Prozent-Hürde kommt. Aber gut ein Prozent habe er schon für möglich gehalten. „Ich gebe alle Parteifunktionen auf, bleibe nur einfaches Parteimitglied“, kündigte er an. „Ich bin bereits als Vize-Landesvorsitzender zurückgetreten.“ Auf dem Bundesparteitag der Werteunion werde er auch nicht mehr für den Bundesvorstand kandidieren.

„Bild“ zitierte zudem aus einem Brief an die Parteimitglieder, in dem Meuthen zwei Gründe für das Scheitern der Werteunion in Baden-Württemberg nennt. Zum einen sei die Partei „sinnbildlich mit einer Wasserpistole bewaffnet“ gewesen, habe aber „gegen hochgerüstete Armeen“ der etablierten Parteien kämpfen müssen. Diese hätten wohl „das etwa Hundertfache an finanziellen Mitteln in diesem Wahlkampf“ gehabt.

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Zum anderen habe die Werteunion zu wenig Personal. In Baden-Württemberg zähle die Partei „knapp über 200 Mitglieder“, von denen nur 60 bis 70 den Wahlkampf aktiv bestritten hätten. „Ich habe mit meinem Gesicht und meinem Wort den Wahlkampf angeführt. Ich habe das Ziel eines Einzugs in den Landtag ausgegeben, das wir nun tatsächlich meilenweit verfehlt haben“, schrieb Meuthen, der im Jahr 2024 der Werteunion beigetreten war.

Meuthen hatte von 2015 bis 2022 die AfD als einer von zwei Bundessprechern geleitet. Zuletzt plädierte er dort für einen gemäßigteren Kurs der Partei und machte sich damit Feinde im rechtsextremen Lager. „Ich bin mit meiner tief freiheitlichen Überzeugung vielleicht inzwischen falsch in meinem Land. Das muss ich als Demokrat respektieren. Es gibt glücklicherweise auch ein Leben außerhalb der Politik“, sagte er der „Bild“-Zeitung nun.

gub

Source: welt.de

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