IAEA-Chef warnt vor Atomunfall: Iran meldet Angriff hinaus Natans – Atombehörde weiß von keinen Schäden

IAEA-Chef warnt vor AtomunfallIran meldet Angriff auf Natans – Atombehörde weiß von keinen Schäden

02.03.2026, 13:16 Uhr

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Zerstörung an der Atomanlage Natans bei einem Feuer im Jahr 2020. (Foto: VIA REUTERS)

Die USA und Israel haben bei ihrem Angriff auf den Iran auch das Atomprogramm des Landes im Visier. Die Internationale Atomenergiebehörde warnt, hat aber keine Hinweise auf bisherige Treffer auf Atomanlagen.
Nach Angaben eines iranischen Vertreters gab es aber einen Angriff.

Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist nach Angaben eines hochrangigen iranischen Diplomaten die wichtige Atomanlage in Natans angegriffen worden. Wie Resa Nadschafi, Teherans Vertreter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, vor Journalisten sagte, erfolgte die Attacke am Sonntag. IAEA-Chef Rafael Grossi sagte wiederum, dass er keine Informationen über getroffene Atomanlagen im Iran habe.

Israel und die Vereinigten Staaten hatten bereits im vergangenen Sommer Einrichtungen des iranischen Atomprogramms bombardiert und schwer beschädigt – darunter auch Natans, wo eine Anlage zur Anreicherung von Uran steht. Die Technologie kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden – Teheran bestreitet aber, solche Waffen zu entwickeln.

Grossi berichtete in einer Sondersitzung des IAEA- Gouverneursrates, dass es im Zuge der jüngsten israelischen und US-amerikanischen Angriffe keine Anzeichen auf Treffer oder Schäden an Atomanlagen des Iran gebe. Dennoch warnte Grossi vor dem Risiko eines Atomunfalls: „Wir können einen möglichen Strahlungsaustritt mit schwerwiegenden Folgen nicht ausschließen – inklusive die Evakuierung von Gebieten, die so groß oder größer sind als Großstädte“, sagte er während der Sondersitzung.

Das erhöhte nukleare Sicherheitsrisiko in der Region bestehe auch, weil mittlerweile eine Reihe anderer Länder angegriffen worden seien, die ebenfalls Nuklearanlagen haben. „Wir fordern deshalb äußerste Zurückhaltung bei allen militärischen Operationen“, sagte er. Der IAEA-Generaldirektor wies auf Atomreaktoren in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien und Syrien hin. Auch viele andere Länder im Nahen Osten verfügten über Atomtechnologie, so Grossi.

Westliche Staaten, allen voran die USA und Israel, werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran weist dies zurück und besteht auf seinem Recht zur Nutzung der Atomtechnologie für zivile Zwecke. US-Präsident Donald Trump hat das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für die Angriffe auf das Land bezeichnet.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

Source: n-tv.de