Hormus-Blockade kein US-Problem Trump: USA sind kurz davor, Kriegsziele zu erreichen
21.03.2026, 01:29 Uhr
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Drei Wochen nach dem Angriff auf den Iran ist noch kein Ende des Krieges in Sicht. Bislang ist nicht einmal klar, welche Ziele die USA überhaupt genau verfolgen. Jetzt wird Präsident Trump konkreter.
US-Präsident Donald Trump erwägt nach eigenen Aussagen, die Militärangriffe auf den Iran zurückzufahren. Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele im Krieg zu erreichen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Für die Sicherung der Straße von Hormus würden die USA keine Verantwortung übernehmen, betonte er. Dies müssten die Staaten übernehmen, die die Wasserstraße nutzten.
Trump listete fünf Ziele der USA im Iran auf, ging aber nicht darauf ein, inwieweit er diese als erreicht ansieht. Dazu zählte er die vollständige Zerstörung der iranischen Raketenarsenale und Abschussvorrichtungen sowie der dortigen Verteidigungsindustrie. Außerdem sollten die Marine und Luftwaffe samt der Flugabwehrsysteme ausgeschaltet werden.
Zudem gehe es darum, niemals zuzulassen, dass der Iran auch nur annähernd in den Besitz von Atomwaffen gelange. Schließlich nannte Trump als Ziel den Schutz der Verbündeten im Nahen Osten, einschließlich Israel, Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Kuwait und weitere. Ein Regimewechsel im Iran kommt in der Aufzählung der Kriegsziele nicht vor.
Um die Straße von Hormus sollen sich andere kümmern
Trump geht auch auf die Straße von Hormus ein, die seit Anfang des Monats durch den Iran blockiert wird. Die USA sehen sich demnach nicht in der Verantwortung, die für den Energiehandel wichtige Passage zu schützen. Dies sollten die Länder übernehmen, die sie nutzten. Die USA benötigten die Wasserstraße nicht. Auf Anfrage werde man diesen Staaten zwar helfen, dies sollte aber nach der Beseitigung der iranischen Bedrohung nicht nötig sein.
Die USA und Israel führen seit drei Wochen Krieg gegen den Iran. Der Konflikt weitete sich seither auch auf Länder in der Region aus. In der Folge des Kriegs kam der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nahezu zum Erliegen, was die Energiepreise weltweit erheblich antrieb.
Erst kurz zuvor hatten mehrere Medien über die Entsendung weiterer US-Truppen in die Region berichtet. Etwa 2500 weitere Marineinfanteristen an Bord von drei Kriegsschiffen seien auf dem Weg in den Nahen Osten, schrieb die „New York Times“ unter Berufung auf anonyme Quellen. Es werde erwartet, dass sie andere Streitkräfte ersetzen. Trump hatte wenige Stunden vor seinem Beitrag auf Truth Social Reportern gesagt, er sei zwar bereit, mit der iranischen Führung zu sprechen, an einem Waffenstillstand sei er aber nicht interessiert. „Man vereinbart keinen Waffenstillstand, wenn man dabei ist, die andere Seite buchstäblich auszulöschen“, sagte der US-Präsident.
Der US-Sender CNN berichtet unter Berufung auf Quellen im Pentagon, dass ein US-Geheimdienstbericht davon ausgeht, dass der Iran die Straße von Hormus bis zu sechs Monate lang blockieren könnte. Dieses Worst-Case-Szenario werde aber im Verteidigungsministerium und im Weißen Haus nicht ernsthaft in Betracht gezogen.
Source: n-tv.de