Der dänische Spielwarenhersteller Lego stellt sich angesichts des Konflikts im Nahen Osten auf steigende Energie- und Rohstoffkosten ein. Höhere Ölpreise könnten sich mit der Zeit auf die Kosten für Kunststoffe und andere Vorprodukte auswirken, sagte Konzernchef Niels Christiansen der Nachrichtenagentur Reuters.
Kurzfristig sei das für seine Plastikklemmbausteine bekannte Unternehmen durch bestehende Lieferverträge abgesichert. „Der wirkliche Effekt tritt ein, wenn das Preisniveau lange anhält“, warnte der Manager. Der Preis für die Rohölsorte Brent ist seit den US-israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar zeitweise um bis zu 65 Prozent auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen.
Erfahrungen aus der Pandemie und dem Ukrainekrieg
Lego habe jedoch bereits Erfahrung mit ähnlichen Schwankungen während der Corona-Pandemie und nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine gesammelt. „In dieser Hinsicht unterscheidet es sich nicht wesentlich von dem, womit wir uns in den letzten fünf Jahren befasst haben. Wir sind also zuversichtlich, dass wir damit umgehen können, aber es handelt sich wieder einmal um Volatilität“, sagte Christiansen.
Trotz der aktuellen Belastungen verzeichnete das Familienunternehmen im Jahr 2025 Wachstum in allen Regionen, wobei auch
der wichtige chinesische Markt nach zwei Jahren Stagnation wieder zulegte. Christiansen zufolge setzt Lego dabei auf Absatzsteigerungen statt Preiserhöhungen. Wachstumstreiber sollen neue Partnerschaften etwa mit der Formel 1, Nike oder Pokémon sowie interaktive „Smart Bricks“ mit Licht- und Soundeffekten sein. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich.
Neben den Energiekosten muss sich Lego auch auf neue US-Handelsbarrieren einstellen. US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs zuletzt eine neue pauschale Zollabgabe von zehn Prozent verhängt, die auf 15 Prozent steigen könnte. Lego profitiert hierbei von seiner Strategie, Produktionsstätten nahe den Absatzmärkten zu betreiben, was die Lieferketten absichert. Im Jahr 2027 soll das erste US-Werk im Bundesstaat Virginia eröffnet werden. „Im Moment sind wir eher daran interessiert, die neuen Zölle zu bewältigen“, sagte Christiansen. „Dann werden wir sehen, was im Laufe der Zeit passiert.“