Hohe Zölle gen Weine: Donald Trump verhagelt den Winzern dasjenige Geschäft

Zwölf Millionen Euro an Exportwert haben die deutschen Winzer in ihrem wichtigsten Auslandsmarkt verloren. Um fast ein Fünftel ist das Geschäft in den Vereinigten Staaten abgesackt auf nunmehr 51 Millionen Euro. Das liegt zu einem kleinen Teil am generell sinkenden Alkoholkonsum. „Verhagelt wurde die Exportstatistik aber vor allem durch einen Mann, Donald Trump“, sagte Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut (DWI) auf der Messe Pro Wein in Düsseldorf am Montag.

Seit dem Frühjahr 2025 wurde auf europäische Weine zunächst ein Zoll von 20 Prozent verhängt, der im August um fünf Prozentpunkte reduziert wurde. Das hat sich deutlich ausgewirkt auf die Ausfuhren der deutschen Winzer: So sank die Menge um elf Prozent auf 118.000 Hektoliter. Um die Zollbelastung aufzufangen, haben die hiesigen Winzerinnen und Winzer zudem die Preise reduziert, wodurch der Ausfuhrwert im Schnitt um 41 Cent auf 4,43 Euro pro Liter gesunken ist. Erschwerend sei hinzugekommen, dass die Amerikaner durch die Zollstreitigkeiten ihr nördliches Nachbarland Kanada als Exportmarkt verloren hätten, wodurch die amerikanischen Winzer stärker auf dem Heimatmarkt blieben. „Das macht uns Exporteuren Probleme“, sagte Schindler, der beim DWI die Auslandsmärkte verantwortet.

Norwegen und Polen nach USA wichtigste Exportländer

Nach den Vereinigten Staaten folgen Norwegen mit einem Wert von 43 Millionen Euro und Polen mit 31 Millionen Euro als wichtigste Exportländer für die deutschen Winzer. In Norwegen etwa kommt jeder vierte verkaufte Weißwein aus Deutschland. Mit einem Durchschnittspreis von 4,77 Euro je Liter zahlen die Norweger auch deutlich mehr als der Durchschnitt, im Mittel liegt der Preis für den gesamten Export nur bei 3,14 Euro.

Auch in Finnland liege der Marktanteil inzwischen bei 23 Prozent. „Wir gucken gerne nach Norden, was die deutschen Weinexporte anbelangt“, sagte Schindler. Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland kämen summiert auf einen Exportwert von 84 Millionen Euro. „Dreißig Millionen Skandinavier geben also deutlich mehr für deutschen Wein aus als 340 Millionen Amerikaner“, sagte Schindler.

Gleichwohl blieben die USA wichtig, das Land abzuschreiben, sei für Winzer auch die falsche Strategie. „Aber gerade an der Mosel und im Rheingau haben sich viele Winzer zu sehr auf diesen Markt fokussiert. Die merken gerade, dass es nicht so gut war, sich von einer Region abhängig zu machen“, sagte Schindler. Das DWI empfehle allen Betrieben, sich zu diversifizieren, und biete verstärkt Schulungen und Messebesuche an, um sich neue Märkte zu erschließen.

Deutschland setzt auf Weißwein

Rund 14 Prozent der deutschen Weinproduktion gehen in den Export, insgesamt ist die Exportmenge um ein Prozent auf rund 1,2 Millionen Hektoliter gestiegen. Der Umsatz der Exporteure sank wegen der gesunkenen Preise allerdings um zwei Prozent auf 377 Millionen Euro. Eines der wenigen Länder, in denen der Weinkonsum noch zunimmt, ist Polen. In China etwa geht der Weinkonsum schon seit sieben Jahren zurück, vor allem Rotwein ist nach Angaben des DWI dort aus der Mode gekommen. Die Winzer versuchen vor allem, Riesling und andere Weißweine zu vermarkten.

Grundsätzlich steigt der Weißweinkonsum global, was auch mit veränderten Essgewohnheiten zusammenhängt – und damit, dass sie oft leichter sind. Die starke Position Deutschlands als Weißweinnation wollen die Winzer stärken. Gleichzeitig ist der Export natürlich nur eine Nische, Deutschland steuert drei Prozent der globalen Weinproduktion bei.

Auch in Deutschland wird Weißwein immer beliebter, nach DWI-Zahlen, die Nielsen erhoben hat, ist jede zweite verkaufte Flasche hierzulande mittlerweile ein Weißwein. Im Schnitt kostet der Liter knapp unter vier Euro, wobei die ausländischen Weine deutlich günstiger sind als deutsche Weine.

Mit 15 Millionen Hektolitern wird in Deutschland doppelt so viel Wein getrunken, wie im Land hergestellt wird. Der Marktanteil deutscher Weine liegt bei 42,6 Prozent. Italien, Spanien und Frankreich kommen gemeinsam auf 39 Prozent. „Es ist positiv, dass wir keine Marktanteile mehr verloren haben. Aber es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben“, sagte die DWI-Geschäftsführerin Melanie Broyé-Engelkes. Für dieses Jahr sei das Ziel, die Sichtbarkeit und Wertschätzung für deutsche Weine zu erhöhen. „Wir möchten erreichen, dass die Kaufentscheidung nicht nur vom Preis abhängt.“

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