Hohe Verluste: Schweizer Börsenbetreiber erlebt Debakel in Frankreich

Der Schweizer Börsenbetreiber Six hat 2025 mit einem Verlust von 314 Millionen Franken abgeschlossen. Das Minus resultiert aus einer weiteren Abschreibung auf die Beteiligung an dem französischen Zahlungsdienstleister Worldline. Dieses Engagement ist für Six zu einem Milliardengrab geworden. Der Börsenkurs von Worldline ist binnen fünf Jahren um 98 Prozent auf 0,35 Euro abgeschmiert. In der Folge musste Six den Wert seiner gut zehnprozentigen Beteiligung Jahr für Jahr weiter nach unten korrigieren. So summierten sich die Wertberichtigungen auf rund 1,6 Milliarden Franken. Davon entfielen 561 Millionen Franken auf das vergangene Jahr.

Doch nun sei Schluss mit den belastenden Effekten, sagte der Six-Vorstandsvorsitzende Bjørn Sibbern im Gespräch mit Journalisten: „Das Kapitel Worldline ist beendet.“ Wie der Däne, der seit Anfang 2025 auf der Kommandobrücke in Zürich steht, erläuterte, nimmt Six nicht an der von Worldline angekündigten Kapitalerhöhung teil. Dadurch werde der Anteil an dem Unternehmen auf rund 1,3 Prozent sinken. Der verbleibende Wert der Beteiligung werde die Finanzergebnisse von Six nicht mehr nennenswert beeinträchtigen.

Auch die Großbank UBS ist betroffen

Six hatte 2018 das eigene Kreditkartengeschäft an Worldline veräußert. Einen großen Teil des Verkaufspreises von 2,7 Milliarden Franken ließen sich die Schweizer damals in Form von Worldline-Aktien auszahlen. Das entpuppte sich als großer Fehler. Die notwendigen Wertkorrekturen schlugen indirekt auch auf die 120 Banken durch, denen Six gehört. Besonders betroffen war die UBS: Als größter Aktionär sah sich die Bank dazu genötigt, einen zweistelligen Millionenbetrag auf ihre Six-Beteiligung abzuschreiben. Entsprechend groß war der Unmut von UBS-Chef Sergio Ermotti. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass der Six-Verwaltungsratspräsident Thomas Wellauer Ende 2025 und damit ein Jahr früher als geplant von seinem Amt zurückgetreten ist.

Operativ liefen die Geschäfte des Börsenbetreibers gut. Der Umsatz stieg um knapp fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Franken. Die operative Umsatzrendite (EBITDA-Marge) kletterte um fünf Prozentpunkte auf 36 Prozent. Bis zum Jahr 2027 soll diese Kennziffer auf 40 Prozent steigen.

Source: faz.net